Nr. 03/2016 vom 21.01.2016

In der Zeitspirale

Von Stephan Pörtner

Trockenauer, der den winterlichen Jahreswechsel als buchhalterische Pedanterie und gewinnorientierte Zwängerei empfand, weigerte sich, diesen zu begehen. Das Wiederauftauchen vergleichbarer Wetterlagen war noch lange kein Grund, den Zeitenlauf in willkürliche Abschnitte zu unterteilen. Darum konnten ihn auch saisonuntypische Temperaturen nicht beeindrucken, ebenso wenig wie altersgerechtes Verhalten. Nicht einmal Wochenenden liess er gelten, nur den Stunden, die der nahe Kirchturm unerbittlich schlug, konnte er sich nicht ganz entziehen, während er an seinem Schreibtisch sass und immer wieder neue Versuche startete, seine Theorie der kontinuierlichen Zeitspirale aufzuschreiben, wobei ihm aber immer wieder in die Quere kam, dass er sie selber nicht verstand.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Im WOZ-Shop (www.woz.ch/shop/buecher) ist auch sein 2013 erschienener Krimi «Mordgarten» erhältlich.

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