Nr. 17/2016 vom 28.04.2016

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Schmerzhafte

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Neue Ansätze im Campaigning» hiess es auf kampagnenforum.ch, bei der Kampagne für ein bedingungsloses Grundeinkommen werde «konsequent in den Boden und damit in die gesellschaftliche Wurzelbehandlung investiert». Wir fürchten allerdings, ohne Vollnarkose wird das nichts.
Karin Hoffsten

Unbekümmerte

Bei Einführung der deutschen Rechtschreibreform wurde versprochen, vieles werde vereinfacht; so wurde zum Beispiel «nummerieren» mit zwei m endlich legalisiert, wie es zuvor schon Generationen von SchülerInnen geschrieben hatten. Doch weil diese elende Grammatik nun mal nicht ganz ohne Fallstricke auskommt, stolperte die «SonntagsZeitung» über die «nummerische Ausgewogenheit». Was, summarisch betrachtet, niemandem Kummer macht.
Karin Hoffsten

Tiefe

Der Kanton Zürich vermietet übrigens Parkplätze in einer «Unterniveau-Garage». Der Zielgruppe des Partnersuchportals Elite-Partner – «für Akademiker und Singles mit Niveau» – wird von einer Benutzung dringend abgeraten.
Karin Hoffsten

Langohrige

Die «Zeit» berichtet von einem aufstrebenden Musiker Folgendes: «Seinen Anfang nimmt Faber vor Sophie Hungers Haus, in Zürich 2013. Der damals 20-jährige hat die Songwriterin kurz zuvor auf einem Konzert der Mundartband Stiller Haas auf dem Zürcher Lindenhof für sich entdeckt.» Dass der Haas still sei, möchten wir auch dann, wenn es sich um einen Bischof handelt. Sollte also Stiller Has lautstark gegen allfällige Verwechslungen protestieren, hätten wir volles Verständnis.
Jürg Fischer

Geschonte

Keine ausgestellten Ohren haben Kobras. Doch zum Glück haben Cobra-Trams Aussenspiegel, weniger wegen des Rückwärtsfahrens, das tun sie selten, als um der Beobachtung des Geschehens an den Haltestellen willen. Jedenfalls ist seit vielen Jahren auf dem Tramdepot direkt neben der WOZ-Redaktion ein Schild mit diesem Text angebracht: «Cobra Aussenspiegel Ein-Fahren (eingezogen ins Gebäude fahren)». Schon oft haben wir gerätselt, wie es zu der etwas ausgefallenen Ausdrucksweise gekommen ist. Wir neigen zur Ansicht, dass es den angesprochenen ChauffeurInnen genauso geht und dass dadurch ihre Aufmerksamkeit erhöht ist und die Aussenspiegel schleunigst ein-gefahren werden.
Jürg Fischer

Planetarische

Unter KöchInnen umstritten ist, ob es zum Kochen einen richtig guten Wein braucht oder ob es auch ein billiger tut. Drum sei unserem Leser G. verziehen, dass er sich nicht im Fachhandel, sondern beim Discounter Denner umschaute, wo er allerdings statt seines gewohnten Fendants in Literqualität ein Produkt mit dem schlichten Namen «Weisswein» vorfand. Neugierig, wo denn dieser herkomme, fand er auf dem Etikett die Bezeichnung «pays de production de l’hémisphère sud ou nord». Wow, das wird endlich mal ein Wein sein, der zu jeder Gelegenheit passt und überdies nicht diese lästigen Qualitätsschwankungen aufweist. Ausserdem ist die Bezeichnung wohl nüchterner, als wenn geschrieben steht, der Wein sei flüssige Sonne.
Jürg Fischer

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