Nr. 18/2016 vom 05.05.2016

Pilzauer geht in die Falle

Von Stephan Pörtner

Niemand hätte es besser ahnen können als Pilzauer selber, der genügend Erfahrung hatte, wenn es darum ging, die Welt in Scheiben zu zerteilen, um so eine umfassendere, wenn auch nicht vollständige Übersicht fragwürdiger Denkansätze zu erlangen. Doch trotz dieser gründlichen und keineswegs leichtfertig oder günstig erworbenen Vorbildung machte er auch diesmal wieder genau denselben Fehler, der ihn schon eine Menge Sympathien gekostet hatte. Geradezu blindlings und einem blutigen Anfänger gleich, tappte er in die rhetorische Falle, die ihm sein Mitgemeinderat Brauenfels ohne jedes Raffinement gestellt hatte, und wusste im selben Moment, dass an eine Wiederwahl nicht mehr zu denken war.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 88-385775-2
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH 75 0900 0000 8838 5775 2
Verwendungszweck Spende woz.ch