Nr. 25/2017 vom 22.06.2017

Von Silvia SüessMail an Autor:in

Ein düsteres Spiel

Für die 34. Ausgabe des Belluard-Bollwerk-Festivals hat das Medientheaterkollektiv machina eX, das an der Schnittstelle von Theater und Computerspiel forscht, ein immersives Erlebnis entwickelt: Das Bollwerk wird zur mittelalterlichen Festung und Kulisse für ein düsteres Spiel, bei dem Rätsel gelöst und Aufgaben bewältigt werden müssen. Und wie jedes Jahr gibt es am internationalen Festival vieles mehr zu entdecken: zum Beispiel Musik in der Standseilbahn, auf einer Bowlingbahn oder in einer Höhle.

Festival Belluard Bollwerk International in: Fribourg Belluard und an anderen Orten, 22. Juni bis 1. Juli 2017. www.belluard.ch

Grosses Sommerlesen

Zehn Jahre, hundert StudienabgängerInnen – dies feiert das Bieler Literaturinstitut mit einer grossen Sommerlese im Berner Generationenhaus. Zu hören sind am Eröffnungsabend die Diplomtexte der BachelorstudentInnen, also von jenen StudentInnen, die diesen Sommer nach drei Jahren das Studium abschliessen. Weiter geht es an zwei folgenden Abenden mit Lesungen von ehemaligen StudentInnen sowie DozentInnen, die stets zu zweit lesen: Luise Maier mit Laura Vogt, Julia Weber mit Heinz Helle, Noëlle Revaz mit Michael Stauffer, Urs Richle mit Silvia Tschui – und viele weitere Duos. Zu hören ist auch ein Kollektivtext, an dem über achtzig StudentInnen, Ehemalige und DozentInnen mitgearbeitet haben und der somit eine Art Querschnitt durch das Literaturinstitut präsentiert.

Festival Littéraire in: Bern Generationenhaus, Do–Sa, 22.–24. Juni 2017. www.literaturinstitut.ch

Niemandsland

Die aus Syrien geflüchtete Ruha sucht nach ihrer Tochter, die Putzfrau Silvia erläutert verständlich politische und ökonomische Zusammenhänge, und Liberty klärt auf über verdeckte Kriegsführung und Folter. In all diese Rollen schlüpft die Schauspielerin Tiziana Sarro in ihrer szenischen Reise durch Menschenrechtsthemen. «Niemandsland» heisst das Einpersonenstück, das Christina Ahlborn geschrieben hat und bei dem sie auch Regie führt. Das Stück, das von Vertreibung und Flucht, von rechtsstaatlichem Schutz und staatlicher Willkür, von Massenüberwachung und Meinungsfreiheit handelt, wurde in enger Zusammenarbeit mit MenschenrechtsaktivistInnen erarbeitet.

«Niemandsland» in: Bern Büro Amnesty International, Speichergasse 33, Di, 27. Juni 2017, 19 Uhr. Weitere Spieldaten: www.amnesty.ch/niemandsland.

Geheime BeobachterInnen

Das moderne Museum sollte eine «agency for action» sein, sagte der US-amerikanische Künstler Allan Kaprow 1967. In der Ausstellung «Action!» im Zürcher Kunsthaus werden historische Performances wieder aufgeführt oder reinszeniert, neue Performances gezeigt sowie das Publikum selbst zum Performen gebracht: In «Top Secret International (Staat 1)», einem Gastspiel von Rimini Protokoll und den Münchner Kammerspielen, in dem es um den Staat im Staat geht, werden die BesucherInnen mittels eines Algorithmus selbst zum Geheimnisträger oder zur geheimen Beobachterin, die einander verfolgen oder Koalitionen bilden. 

«Action!» in: Zürich Kunsthaus, 22. Juni bis 30. Juli 2017. «Top Secret International (Staat 1)» jeweils donnerstags, 15–20 Uhr, und samstags/sonntags, 13–18 Uhr. Dauer: 1 Stunde und 45 Minuten. www.kunsthaus.ch

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