Nr. 44/2017 vom 02.11.2017

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Untalentierte

«Es ist wichtig, das hochbegabte Kinder einen Mentor finden», zitierte die «Coop-Zeitung» in fetten Lettern. Allen anderen sollte man eine verlässliche Korrektur zur Seite stellen, meinen wir.
Jürg Fischer

Österreichhaltige

«Eine Kärtner Journalistin, die sonst aus dem Ausland berichtet, wagt sich für einmal in Abgründe ums Eck», kündeten wir in der letzten Nummer den Artikel «Blaue, heile Welt» in dieser Nummer (vgl. «Blaue, heile Welt») an. Wir freuen uns, dass sie in der Zwischenzeit das verloren geglaubte «n» wiedergefunden hat.
Jürg Fischer

Metropolitane

Kalt den Rücken hinunter lief es uns bei der Lektüre dieses Satzes aus der NZZ: «Laut einem absurden Gerücht würde ‹Today› den Sendebetrieb einstellen, sollte der Atomkrieg ausbrechen – als geheimes Signal an die britische U-Bahn-Flotte, die eigenen Interkontinentalraketen zu zünden.» Die Privatisierung des öffentlichen Verkehrs ist also doch alles andere als harmlos! Hoffen wir nur, dass die Raketen im Untergrund die Kurven kriegen, sonst heisst es dann: Brexit subito.
Jürg Fischer

Verkochte

Die von uns sehr geschätzte Gastrokolumne des «Magazins» schrieb Irritierendes: «Seit soziale Medien wie Instagram auch für die Spitzengastronomie zum wichtigsten Propaganda-Instrument wurden, kommt es vor allem darauf an, wie sich das Essen optisch macht. Wie er schmeckt? Sekundär.» Welches Geschlecht er hat? Tertiär.
Jürg Fischer

Vielfachkolorierte

Statt dass Racial Profiling seitens unserer Behörden endlich als Tatsache zur Kenntnis genommen wird, wurde seine Existenz kürzlich vor Gericht wieder abgestritten. Laut «Tages-Anzeiger» lautete die Begründung: «Die Hauptfarbe habe keine Rolle gespielt.» Dass Menschen nun auch noch nach Nebenfarben kontrolliert werden, scheint uns doch der Gipfel!
Karin Hoffsten

Dislozierte

In der letzten WOZ schrieben wir, Frau Martinez, eine papierlose Hausangestellte, arbeite in Kilchberg, was wir allen Ernstes an die Zürcher «Goldküste» verlegten. Dabei weiss um Zürich herum jedes Kind, dass die endlos besonnte Goldküste am Seeufer gegenüber liegt. Kilchberg gehört zur berüchtigten «Pfnüselküste», weil dort die Sonne in den Wintermonaten schon früh hinterm Üetliberg verschwindet. Doch im sicheren Bewusstsein, dass die Lebensverhältnisse auch auf dieser Seeseite im internationalen Vergleich als golden gelten können, wünschen wir allen dort ebenfalls eine gute Gesundheit!
Karin Hoffsten

Ungelehrte

Als sich ein paar Skifahrer wegen eines abgesagten Rennens stritten, berichtete der «Blick» vom österreichischen Slalom-Vizeweltmeister: «‹Aber hat dir deine Mutter nicht gelernt, nicht zu lügen?›, sagt Ösi-Star Manuel Feller der Krone-Zeitung.» Ein Blick auf krone.at lehrte uns, dass er das tatsächlich so gesagt respektive getwittert hat. Woraus wir lernen: Auch Ösis haben manchmal andere Prioritäten.
Karin Hoffsten

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