Nr. 01/2018 vom 05.01.2018

Von Silvia SüessMail an AutorIn

Das Meer so nah

Eigentlich ist das Meer nicht weit weg – und doch nur mühsam zu erreichen: Wer in Ramallah geboren ist, braucht eine Bewilligung, um nach Tel Aviv, Haifa oder überhaupt ans Mittelmeer zu reisen – dieses ist bei schönem Wetter sogar von der Stadt aus sichtbar. Das Meer – oder das Wasser überhaupt – ist denn auch das verbindende Element der Werke in der Ausstellung «880  m ü.  M. Zeitgenössische Kunst aus Palästina», die zurzeit in Aarau zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt Videoarbeiten, Zeichnungen, gestickte Bilder und Fotografien von sechs KünstlerInnen aus Palästina. Dabei präsentiert sich das Meer mal als Sehnsuchtsort, mal als einschränkende Bedrohung.

«880  m ü.  M. Zeitgenössische Kunst aus Palästina» in: Aarau Schlossplatz, bis So, 14. Januar 2018. www.forumschlossplatz.ch

Trinkwasserdegustation

Das Wasser steht auch im Alpinen Museum in der Ausstellung «Wasser unser» im Mittelpunkt, die nicht ohne feierliche Finissage zu Ende geht: Am «Grossen Wasserfestival» gibt es neben Rundgängen durch die Ausstellung auch Trinkwasserdegustationen, eine interaktive Klanginstallation sowie eine Wasserbar. Bei dieser Gelegenheit kann man sich einmal mehr von der Notwendigkeit des Alpinen Museums überzeugen, dem aufgrund radikaler Kürzungen der Unterstützung durch den Bund das Aus droht, und UnterstützerIn der Rettungsaktion «pro alps!» werden.

Finissage «Wasser unser» in: Bern Alpines Museum, Sa/So, 6./7. Januar 2018. www.alpinesmuseum.ch

Jeanne Moreau

Es sind unvergessliche Filmminuten: wie Jeanne Moreau in Louis Malles «Ascenseur pour l’échafaud» (1957) zur Musik von Miles Davis durch die schwarzweisse Pariser Nacht voller Grautöne wandelt. Man möchte, dass sie nie irgendwo ankommt. Oder wie sie in «La Notte» (1961) ihrem Mann (Marcello Mastroianni) in der Morgendämmerung gesteht, dass sie ihn nicht mehr liebt. Da steht sie, in einem rückenfreien schwarzen Kleid, und spricht mit ihrer rauen Stimme, deren Klang wie Musik ist.

Letztes Jahr ist die grosse Diva des französischen Films und Ikone der Nouvelle Vague 89-jährig gestorben. Sie hat in über hundert Filmen gespielt. Das Filmpodium in Zürich zeigt nun eine Filmreihe zur Schauspielerin, die bis ins hohe Alter arbeitete und in einem Interview von sich sagte, sie könne sich ein Leben ohne Schauspielerei nicht vorstellen: «Ich höre erst auf, wenn ich tot bin.»

«Memento Moreau, Filmreihe zu Jeanne Moreau» in: Zürich Filmpodium, 1. Januar bis 15. Februar 2018. www.filmpodium.ch

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