Nr. 49/2018 vom 06.12.2018

Von Franziska Meister

Es jingelt und bellt

Wenn der Veranstaltungsort Heitere Fahne heisst, dann darf man auch ein entsprechendes Programm erwarten – ob da Drogen im Advent reinpassen? Aber sicher: Die Bassistin Reg Frei und die Sprachperformerin Sandra Künzi werfen sich nämlich mit Angel Love, der himmlischen Saitenspielerin, gehörig ins Zeug, um dem Advent seinen Hang zum Besinnlichen auszutreiben. Und das Publikum soll selbstverständlich auch mitmachen. Deshalb: Blockflöte mitnehmen, damit es auch richtig groovig jingelt und bellt!

«Drogen im Advent» in: Wabern Heitere Fahne, So, 9. Dezember 2018, 15–16 Uhr. www.dieheiterefahne.ch

Advent zum Zweiten

Im Zürcher Sogar-Theater geht es um Männer mit Bärten, denen man die eigenen Kinder auf den Schoss setzt. Von Drogen ist zwar nicht die Rede, dafür von einem Trip. Denn plötzlich beginnen sich die scheinbar so vertrauten Rituale zu verändern. Dabei begann alles so harmlos, als der Mann und die Frau vor der Tür auf den Weihnachtsmann warteten, während die Kinder drinnen spielten.

Mit «Mein Weihnachtsmann ist eine Araberin» bringt Joël László ein Dramolett auf die Bühne, in dem sich zwei Sprachen – Deutsch und Arabisch – in einem humorvoll-absurden Spiel zunehmend mischen und so ein vertrautes Ritual verfremden und zu einem Ritual über das Fremde machen. An dieser Stelle noch ein Hinweis für die Deutschsprachigen: Das Programmheft ist nicht nur zweisprachig, mit der abgedruckten Lautschrift des Arabischen kann man im Nachhinein auch wunderbar selbst die ersten arabischen Gehversuche wagen.

«Mein Weihnachtsmann ist eine Araberin» in: Zürich Sogar-Theater, Do, 6. Dezember 2018, 19 Uhr, Premiere; weitere Spieldaten bis Do, 20. Dezember 2018. www.sogar.ch

Jetzt aber mal ernsthaft

Man konnte es in den letzten Monaten mit wachsender Dringlichkeit in dieser Zeitung verfolgen: Siebzig Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist ihre Stellung prekärer denn je. Und auch wenn die SVP-Initiative an der Urne abgeschmettert werden konnte – man kann nicht genug an die aktuelle Bedeutung der Menschenrechte erinnern. Und so haben die beiden Schriftstellerinnen Ulrike Ulrich und Svenja Hermann dreissig AutorInnen aus der Schweiz ermuntert, je einen Artikel der Menschenrechtserklärung literarisch zu interpretieren. Wie das tönt, lässt sich am Dienstag im Literaturhaus Basel in Erfahrung bringen. Im Gespräch werden drei der AutorInnen und Ulrike Ulrich auch über die Entstehung der Anthologie «Menschenrechte. Weiterschreiben» und die Bedeutung der Menschenrechte Auskunft geben.

«70 Jahre Menschenrechtserklärung» in: Basel Literaturhaus, Di, 11. Dezember 2018, 19 Uhr. www.literaturhaus-basel.ch

Zum Schluss schön düster

Ihre Musik wurde auch schon als «Nightmare Pop» bezeichnet, aber ganz so wollen wir das doch nicht verstanden wissen: Zu düster-atmosphärisch (und dann plötzlich so knüppelhart, dass es arg schön in die Glieder fährt) ist der Sound der britischen Band Esben and the Witch. Bereits vor einem Jahr gastierte die Band im Bogen F – am 6. Dezember tritt sie ebendort erneut auf. Freuet euch auf Schauder und Entzücken! Und zum Auftakt: Soldat Hans aus Winterthur.

Esben and the Witch in: Zürich Bogen F, Do, 6. Dezember 2018, 21 Uhr.

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