Nr. 23/2019 vom 06.06.2019

Von Silvia Süess

Kartoffelmehlklang

Musik machen muss man nicht zwingend mit Instrumenten: Die schwedische Musikerin und Komponistin Hanna Hartmann zum Beispiel hat ein Stück für Fagott und «verstreichtes» Kartoffelmehl geschrieben. Wie das wohl klingt? Die «Alchemistin der Alltagsklänge», wie die Performerin auch genannt wird, lässt alle möglichen Objekte erklingen: Flaschen, Schläuche, Papiertüten oder eben Kartoffelmehl. Die 58-Jährige ist zu Gast am Festival für elektronische Musik «Zwei Tage Strom» in Zürich, an dem die Möglichkeiten von Klängen ausgelotet werden und neue Geräusche und Töne entdeckt werden können.

Zwei Tage Strom in: Zürich Kunstraum Walcheturm, Fr/Sa, 14./15. Juni 2019. www.2tagestrom.ch

Der Klang nach Matter

Welche Musik verbinden Sie mit Ihrer Kindheit? Lief bei Ihnen zu Hause Mani Matter? Oder hörten Sie mit Ihren Eltern Mozarts «Zauberflöte», die Beatles oder das Trio Eugster? Musik prägt uns, wir verbinden Erinnerungen mit bestimmten Songs, manchmal klingen ganze Lebensabschnitte nach einer bestimmten Band. Rohit Jain und Ugur Gültekin wollen wissen, wie sich eine neue Schweiz voller Migration und Globalisierung anhört. Welche Rhythmen und Vibes beseelen dieses Land? Um das herauszufinden, laden der Sozialanthropologe Jain und der Journalist und Moderator Gültekin zur «Yabani Jukebox» ein. Die Journalistinnen Tama Vakeesan und Ana Radanovic, die Musikerin Jasmina Serag sowie der ehemalige Berner Stadtrat Halua Pinto de Magalhães stellen Songs und Videoclips vor, die in ihrem Leben eine prägende Rolle gespielt haben, und geben eine Kostprobe, wie die musikalische Sozialisierung aus dem Schweizer Migrationsuntergrund klingt. Und sicher gibt es mehr als Mani Matter und Trio Eugster zu hören.

«Yabani Jukebox» in: Bern Tojo in der Reitschule, Fr, 7. Juni 2019, 20.30 Uhr. www.tojo.ch

Der Klang des Drehbuchs

Es sei sehr schwer, aus einem schlechten Drehbuch einen guten Film zu machen, umgekehrt sei es schon leichter, sagte Regisseur Billy Wilder einmal. Doch ein gutes Drehbuch zu schreiben, ist eine nicht zu unterschätzende Kunst. Im Kino Xenix gibt es nun die Möglichkeit, noch nicht verfilmte Drehbücher zu hören. Die SchauspielerInnen Ruth Schwegler, Regula Imboden und Markus Mathis lesen Szenen aus unveröffentlichten Skripts. Diese werden mit den DrehbuchautorInnen Rahel Grunder und Jan Poldervaart sowie dem Publikum diskutiert.

«Wie klingt mein Drehbuch?» in: Zürich Kino Xenix, Do, 6. Juni 2019, 18.30 Uhr. www.xenix.ch

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