LeserInnenbriefe :

Nr.  11 –

Vom «Regime Change»

«Club de Berne: Der geheime Club der geheimen Dienste», WOZ Nr. 10/2020

Merci, liebe WOZ, für die Enthüllungen zum Club de Berne! Diese transnationalen Geheimdienstorganisationen betrieben ab 1970 (unter Leitung der US-Generäle Singlaub und Westmoreland, die mitunter in Bern gesehen wurden) auch den Aufbau geheimer Umsturzarmeen (Gladio und andere) in westeuropäischen Ländern. Diesen Staaten attestierten führende US-Politiker mitunter ganz offen nur noch «limitierte Souveränität».

Ab 1969 wurde in diesem Rahmen auch die illegale Geheimarmee P-26 in der Schweiz unter Leitung des britischen Geheimdienstes MI-6 mit faktisch veruntreuten Bundesgeldern in Millionenhöhe richtig hochgefahren. Es ging dabei nie um «Widerstand» nach einem Angriff «des Russen» auf unser Land, sondern darum, dass damals vorab in Italien und Frankreich kommunistische Parteien bis zu vierzig Prozent Wähleranteil erreichten – und darum bald auch in Koalitionsregierungen sassen.

Der Untersuchungsbericht zur P-26 hält wörtlich fest, «dass diese Organisation» gemäss ihren diffusen Regelungen auch gegen «in demokratischer Form zustande gekommene Machtwechsel hätte eingesetzt werden können». Kurzum: Diese P-26 war faktisch ein geheimes Nato-Tool zwecks «Regime Change» in Bern. Da bestehen bestimmt Querverbindungen zu den neusten Enthüllungen der WOZ über den Club de Berne. Und die peinlichen Reinwaschungsversuche des ganzen P-26-Skandals in letzter Zeit stehen erst recht als das da, was sie sind: naive Legenden- und Mythenspinnereien.

Niklaus Ramseyer, per E-Mail

Kein Menschenrecht

Zu Wehrpflicht und Feminismus

Mit Empörung lese ich in der Presse vom Zuzug der Frauen in die Armee. Zurzeit kämpft die GSoA zusammen mit anderen Gruppen für die Erhaltung der vor Jahren gegen grösste Widerstände errungenen Möglichkeit für den Zivildienst. Im Laufe der Zeit haben sich immer mehr junge Männer für diesen Dienst entschieden. Den Ewiggestrigen, die noch an die Sicherheit des Landes durch eine imposante Armee glauben, macht das Sorgen. Darum soll nun die freie Wahl des Zivildiensts erschwert werden, und an einem verbrieften Recht wird gerüttelt. Schon bald nach ihrer Amtsübernahme hat Frau Bundesrätin Amherd die Frauen ermuntert, der Armee beizutreten, im Hintergrund der wacklige Hinweis auf die Gleichberechtigung. Frau Amherd träumt auch schon hörbar von Frauenausbildung für Spitzenfunktionen in der Armee.

Dass das alles für Frauen, die nicht aus der Karriereschicht stammen, sehr verlockend wirkt, ist verständlich und ein wirkungsvoller Köder. Gleichberechtigung dieser Art ist kein Menschenrecht!

Louise Schneider-Rüedi, Liebefeld