Hausmitteilungen
Adieu, Annika und Elodie
«Immer schön breit bleiben» lautete der Titel von Elodie Kolbs erstem Artikel für die WOZ. Darin beschreibt sie, wie sie im Zug neben Männern, die sich selbstverständlich ausbreiten, stoisch ihren Raum behauptet. Schon in diesem Text zeigten sich ihr Witz und die entspannte Gelassenheit, die sie in die WOZ einbrachte. Es folgten über ein Dutzend weitere Beiträge – Rezensionen, Interviews, Porträts und Recherchen –, die die Literaturwissenschaftlerin stets mit inhaltlicher Tiefe und sprachlicher Präzision verfasste.
Auch Annika Lutzke kam – und schrieb. Ihr erster Text widmete sich der Hetze der SVP gegen Geflüchtete; weitere Beiträge zu diesem Thema folgten, darunter eine aufwendige Recherche zu Ausschaffungsflügen nach Somalia. In ihren Artikeln thematisierte Lutzke immer wieder den Kampf gegen die Mächtigen, machte auf Unrecht aufmerksam und gab Betroffenen und Kämpfenden eine Stimme. Um Geflüchtete, Antifa-Aktivist:innen, Lieferdienstkuriere oder Nonnen zu treffen, war sie regelmässig unterwegs.
Nach einem halbjährigen Stage verlassen uns die beiden. Wir verabschieden uns, wünschen ihnen alles Gute und freuen uns, dass sie als freischaffende Journalistinnen weiterhin für die WOZ schreiben.
Serie zum Bürgerrecht
2018 mischte sich die WOZ mit einem Buch in den Abstimmungskampf um eine SVP-Initiative gegen das Völkerrecht ein: «Frau Huber geht nach Strassburg» zeichnete mit Fallbeispielen die Bedeutung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in der jüngeren Schweizer Geschichte nach. An diese Idee knüpfen wir mit einer neuen Serie zum Bürgerrecht an. Darin berichten Protagonist:innen von den bis heute willkürlichen Einbürgerungsverfahren – und vom Widerstand, der immer wieder zu entscheidenden Rechtsfortschritten führte. Eine tatsächliche Veränderung würde ein einfacheres Einbürgerungsverfahren bringen, wie es die Demokratie-Initiative vorschlägt – im November kommt sie frühestens an die Urne. Wer weiss, vielleicht wird aus der Serie wieder ein Buch.