Peschmerga im Irak : Banges Warten auf den Einsatz

Nr. 12 –

Im Nordirak haben iranisch-kurdische Parteien und Milizen ihren Rückzugsort. Sie bereiten sich darauf vor, an der Seite der USA und Israels gegen das iranische Regime in den Krieg zu ziehen. Dabei werden sie zunehmend zur Zielscheibe.

Portraitfoto von Saman in Kampfmontur vor einer Wand mit Einschusslöchern
«Es gibt keinen anderen Weg, als aktiv vorzugehen.» Der 24-jährige Saman hofft, bald als Kämpfer aus dem Exil in den Iran ­zurückzukehren.

Neun Tage nach Beginn des Krieges, rund hundert Kilometer Luftlinie westlich der iranischen Grenze, steht der 24-jährige Saman vor einer Wand aus Beton und staunt. Hunderte Löcher, die Spuren kleiner Schrapnelle, ziehen sich in einem gesprenkelten Muster über den weissbeigen Verputz. Auch früher schon, sagt Saman, habe das Regime in Teheran die iranischen Exilgruppen im Nordirak immer wieder mit Drohnen und Raketen attackiert. «Aber so etwas habe ich hier noch nie gesehen», sagt er.

Der junge Mann, der seinen Nachnamen lieber nicht nennen will, führt mit schnellen Schritten über die kleine Militärbasis in Topzawa. Sie liegt eine halbe Stunde Autofahrt entfernt von Erbil, der Hauptstadt des autonomen Gebiets Kurdistan im Nordirak. Vögel zwitschern in der Abendsonne, während Saman zwischen zwei Gebäuden hindurchläuft und dann vor einem kleinen Bungalow mit zerschmetterten Fenstern stehen bleibt. Es war ein früher Abend Anfang März, kurz nach dem Fastenbrechen während des Ramadan. Saman und ein Freund hatten sich gerade im Bungalow hingelegt, um sich etwas auszuruhen, als plötzlich eine gewaltige Explosion neben dem Gebäude die Erde erschütterte. «Wir sind sofort rausgerannt», erzählt er, «dann kam die zweite Granate.»

Der Peschmerga-Kämpfer, so nennen sich die kurdischen Milizionäre, gehört zur kurdisch-iranischen Opposition. Aus dem irakischen Exil kämpft diese seit Jahrzehnten für die Selbstbestimmung der Kurd:innen im Nordwesten des Iran. Seit vor bald drei Wochen die US-israelische Offensive gegen den Iran begonnen hat, werden die iranisch-kurdischen Milizen zu den wichtigsten Widersachern des Regimes in Teheran gezählt. Schon bald – so kursierten zuletzt Gerüchte – könnten sie, unterstützt von israelischen und US-Geheimdiensten, eine Bodenoffensive starten, um das Regime in einen Guerillakrieg zu verwickeln. Zwar hat US-Präsident Donald Trump die Idee öffentlich bereits wieder verworfen, doch der Gedanke an eine bevorstehende Invasion schwebt noch immer wie eine Wolke über der nordirakischen Provinz Kurdistan.

einfacher Aufenthaltsraum mit Tisch und Stühlen auf der Khabat-Basis
Zweimal wurde die Khabat-Basis in Topzawa mit Drohnen angegriffen.
ein Kämpfer in einem der Schlafräume auf der Khabat-Basis
Die Bomben explodierten auf einem Vorplatz, doch auch in den Schlafräumen waren die Detonationen zu spüren.

In Topzawa führt Saman an diesem Nachmittag über den Stützpunkt der kurdischen Freiheitspartei Khabat. Sie ist eine von Dutzenden iranisch-kurdischen Exilparteien. Seit Beginn des Krieges werden viele von ihnen immer mehr zur Zielscheibe des iranischen Regimes. Beinahe täglich schlagen mittlerweile ballistische Raketen und Drohnen im Irak ein. Sie werden grösstenteils von der schiitischen Miliz Haschd al-Schabi gesteuert, einer engen Verbündeten der iranischen Regierung. Lokale Medien sprechen von mehr als 300 Angriffen allein im kurdischen Nordirak seit Beginn des Krieges. Diese treffen vor allem die Stellungen der kurdischen Exilgruppen und US-Stützpunkte, immer wieder aber auch Hotels oder Wohnhäuser.

«Wir hatten Glück, dass wir bisher nur zwei Verletzte hatten», sagt Saman. Gleich zwei Mal haben Drohnen ihre tödliche Fracht über der Basis abgeworfen, jedoch lediglich einen kleinen Vorplatz getroffen. Die Druckwellen zerstörten die Fenster der umliegenden Häuser und schleuderten Schrapnelle der Granaten durch die Luft. In einer kleinen Küche stehen verrusste Joghurtbecher auf dem Tisch. Im Gebäude nebenan reihen sich schwarze Monitore auf Schreibtischen. Von hier aus produziert Khabat Bilder und Videos für Social Media, um Anhänger:innen im iranischen Kurdistan und in der Diaspora zu gewinnen.

Autonomiegebiet im Irak

Karte des kurdischen Autonomiegebiets im Irak
Karte: WOZ

Ernst zu nehmende Gegner:innen

Bis zu zehn Millionen Kurd:innen leben Schätzungen zufolge im Iran, die meisten von ihnen in den nordwestlichen Provinzen entlang der irakischen und der türkischen Grenze. Sie sind eine der grössten Minderheiten und zugleich eine der stärksten Oppositionsbewegungen im Land. Seit der Gründung der Islamischen Republik 1979 wehren sich grosse Teile von ihnen gegen das iranische Regime, das jegliche Proteste und jegliches Streben nach kurdischer Selbstbestimmung stets brutal unterdrückt hat.

Bereits als Jugendlicher, erzählt Saman, der in Kermanschah, einer der grössten kurdischen Städte des Iran, aufwuchs, habe er verstanden, dass sich das iranische Regime von alleine nie ändern werde. «Es gibt keinen anderen Weg, als aktiv dagegen vorzugehen», sagt er. Vor acht Jahren schloss er sich Khabat an. Seitdem trainiert er für den Kampf gegen das Regime und wartet darauf, endlich in die Heimat zurückzukehren. Drei iranische Angriffe mit Drohnen und Raketen habe er bereits überlebt, jedes Mal sei er von der Druckwelle durch die Luft geschleudert worden, erzählt er. Als es an diesem Nachmittag plötzlich laut am Himmel donnert, horcht Saman kurz auf. Dann streckt er seinen Finger in die Höhe. «Das ist eine amerikanische F-16», sagt er und grinst, «ich hoffe, sie zeigen es ihnen.»

Lange galten die Kurd:innen im Irak, in Syrien und im Iran als einer der wichtigsten Verbündeten des US-Militärs im Nahen Osten. Als der irakische Staat 2014 durch die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bedrängt wurde, waren es neben der Armee und schiitischen Milizen auch kurdische Peschmerga-Einheiten aus dem Irak und dem Iran, die halfen, den Vormarsch der islamistischen Terroristen zu stoppen. Anders als viele andere Oppositionsgruppen im Iran haben sie schon früh begonnen sich gegen das iranische Regime zu organisieren. Bereits kurz vor Beginn der US-israelischen Angriffe schlossen sich fünf der grössten iranisch-kurdischen Parteien im Nordirak zu einem gemeinsamen Bündnis gegen das iranische Regime zusammen. Das Ziel: das Selbstbestimmungsrecht der Kurd:innen durchsetzen und eine demokratische Ordnung im Iran aufbauen.

Israel und die USA könnten sich das im Krieg gegen den Iran zunutze machen. Kurz nach Beginn der Angriffe berichtete das Nachrichtenportal «Axios» von Gesprächen des US-Präsidenten mit kurdischen Führern in der Region. Eine Bodenoffensive der Kurd:innen erscheint seither möglich. Darauf deutet auch hin, dass die Luftangriffe Israels und der USA besonders oft die kurdischen Regionen im Westen des Iran treffen – vermutlich sollen die iranischen Sicherheitskräfte dort geschwächt werden, um den kurdischen Kämpfer:innen aus dem Exil im Fall einer Bodenoffensive einen Vorteil zu verschaffen.

Parteiführer Baba Scheich Hosseini in seinem Büro
Falls die kurdische Partei Khabat mit den USA kooperiere, dann «nur mit garantierten Vereinbarungen auf Papier», sagt Parteiführer Baba Scheich Hosseini.

«Hast du meine Interviews im Fernsehen gesehen?», fragt Baba Scheich Hosseini gleich zu Beginn des Gesprächs in einem Haus am Rand von Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Autonomiegebiets im Nordirak. Hosseini, sechzig Jahre alt, ein kleiner Mann mit Schnauzbart, sitzt auf einem Sofa mit geschwungenen Lehnen. Neben ihm liegt eine schwarze Pistole, das Rangzeichen eines Anführers. Hosseini hat in den letzten Tagen zahlreiche Interviews gegeben. Seit US-Medien über eine mögliche Offensive berichteten, sind Hunderte von internationalen Journalist:innen in Kurdistan eingetroffen. Als die WOZ ihn nach mehreren Anrufen schliesslich zum Gespräch trifft, ist es bereits dunkel. Draussen auf der Strasse halten ein paar Kämpfer mit Sturmgewehr Wache.

Selbst wenn sich ein Teil des iranischen Regimes vermutlich vorerst weiter an der Macht halten könne, sagt Hosseini, brauche es letztlich nur genügend Druck, bis auch dieser Teil zusammenbreche. Weder die USA noch Israel hätten seine Partei bisher direkt unterstützt, doch Khabat würde das begrüssen. «Wenn man uns Freiheitskämpfer:innen die Mittel gibt, um einzugreifen, wird das Regime schnell fallen», sagt er.

Lehren aus der Vergangenheit

Hosseini, der in Baneh im Nordwesten Irans geboren wurde, war noch ein Jugendlicher, als sein Vater Ende der siebziger Jahre gemeinsam mit religiösen Gelehrten die Partei Khabat gründete. Bereits während der Herrschaft des Schahs hätten sich die Kurd:innen für mehr Autonomie und politische Rechte eingesetzt, sagt er. Doch während die Islamische Revolution von 1978/79, angeführt von Ruhollah Chomeini, unter den iranischen Kurd:innen zunächst grosse Hoffnung schürte, richtete sie sich letztlich auch gegen die kurdische Minderheit. Einige Jahre kämpfte Khabat vergeblich gegen das neue Regime in Teheran. Dann zog sich der Grossteil der Parteimitglieder ins irakische Exil zurück. Von dort rekrutiert Khabat bis heute neue Anhänger:innen und verübt Angriffe auf iranische Grenzposten.

Sicherlich, sagt Hosseini, gebe es viele Meinungsverschiedenheiten unter den Minderheiten sowie fundamentale Unterschiede zu anderen Oppositionellen wie Reza Pahlavi, dem Sohn des ehemaligen Schahs. «Wir wollen eine Demokratie, nicht eine neue Monarchie», sagt Hosseini. Dafür brauche es für alle Minderheiten im Land gleiche Rechte und transparente Wahlen. Sollte Pahlavi bei einem demokratischen Übergang eine Rolle spielen, so Hosseini, müsste er zunächst die Verbrechen seines Vaters anerkennen. «Wir haben aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte gelernt und werden nicht noch einmal denselben Fehler machen wie 1979.»

Während Hosseini selbst keine Angaben zur Zahl seiner Kämpfer:innen machen will, geht ein Bericht der US-Militärakademie West Point aus dem Jahr 2017 für alle iranischen Exilgruppen bestenfalls von 5500 Kämpfer:innen aus. Khabat, eine der kleineren Parteien, dürfte über nur wenige Hundert verfügen. Auf sich allein gestellt, sind die kurdischen Milizen kaum in der Lage, etwas gegen die militärisch gut ausgerüstete Revolutionsgarde auszurichten.

Gleichzeitig erinnern sich viele von ihnen nur zu gut an frühere Debakel mit dem US-amerikanischen Verbündeten: Bereits in den neunziger Jahren, während des zweiten Golfkriegs, hatte die CIA die kurdische Minderheit ohne militärische Unterstützung in einen Aufstand gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein geschickt, den dieser blutig niederschlagen liess. Als in Syrien im vergangenen Winter die Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa ihre Offensive gegen die kurdischen Autonomiegebiete im Nordosten des Landes begann, liess die US-Regierung die Kurd:innen weitgehend im Stich, nachdem diese jahrzehntelang an ihrer Seite gegen den IS gekämpft hatten. «Selbst wenn die USA uns helfen, bedeutet das nicht, dass wir ihren Befehlen folgen. Wenn wir kooperieren, dann nur mit garantierten Vereinbarungen auf Papier», sagt Hosseini.

Ob es ihn ärgere, dass der US-Präsident seine Meinung über eine Allianz im Kampf gegen das iranische Regime ständig ändere? «Nein», sagt Hosseini. Trump habe ja nur betont, dass er keine Kurd:innen im Iran sterben sehen wolle. Selbst wenn es sich dabei um einen Scherz handle, sei es doch gut, dass der US-Präsident über die Kurd:innen spreche, sagt er und lacht. Es ist ein schmaler Grat zwischen eigener Entschlossenheit und ständigem Abwägen der Handlungsoptionen, auf dem die Milizen sich bewegen. Parteikader wie Hosseini wissen, dass es sich vielleicht um eine der letzten Möglichkeiten handelt, das Regime in Teheran doch noch zu stürzen.

Daneben spielt aber auch das Verhältnis zur kurdischen Autonomieregion eine wichtige Rolle: Während die iranischen Kurd:innen auf keinen Fall den Rückhalt mächtiger Akteure wie der USA verlieren wollen, fürchten sie, ihre irakischen Schwesterparteien zu vergraulen. Denn die kurdische Autonomiebehörde hatte bereits im Januar öffentlich klargestellt, dass die kurdische Region im Irak niemals eine Gefahr für die Sicherheit eines Nachbarlands darstellen werde.

Sie fürchtet einerseits um ihr Verhältnis zur Türkei, der eine weitere starke kurdische Regionalmacht ein Dorn im Auge wäre. Andererseits dürfte sich eine kurdische Offensive negativ auf die lokale Ölwirtschaft auswirken, die bereits jetzt unter den Angriffen auf die Region leidet. Es gebe keinerlei Szenario, in dem die irakischen Kurd:innen eine solche Offensive erlauben würden, lassen kurdische Sicherheitskreise die WOZ wissen. Aber auch Iraner:innen anderer Bevölkerungsgruppen dürften den kurdischen Bestrebungen skeptisch gegenüberstehen, die in der Vergangenheit immer wieder als Separatismus verunglimpft wurden.

«Wenn die kurdischen Parteien in den Konflikt eingreifen, wird alles noch viel komplizierter und schlimmer», sagt Armin Rahimi, der eigentlich anders heisst. Er sitzt an einem frühen Abend etwas ausserhalb von Erbil auf der Galerie eines Autohauses. Unter ihm reihen sich Dutzende frisch polierte Autos aneinander, auf ihren Dächern spiegelt sich die Abendsonne. Es ist kurz vor dem Fastenbrechen, gleich wird er seine Nachtschicht als Autowäscher beginnen.

ein Wohnzimmer mit zerstörten Fenstern
Rund 300 iranische Angriffe auf die kurdische Region im Irak fanden laut NGOs in den ersten Wochen des Krieges statt.

«Einfach wie Menschen leben»

Rahimi, ein kleiner Mann in Trainingshose und Sneakers, ist nervös. Seit vierzehn Jahren pendelt der 37-Jährige aus der kurdisch-iranischen Stadt Urmia über die Grenze in die kurdische Autonomieregion. Einen Monat Heimaturlaub, einen Monat Arbeit, erzählt er. Das letzte Mal sei er rund zehn Tage vor Beginn des Krieges in seiner iranischen Heimat gewesen. Mittlerweile seien alle Kommunikationsleitungen tot. Nur drei Mal habe er in den vergangenen zwei Wochen mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern sprechen können. Schon mehrmals seien Bomben in der Nähe des Hauses seines Bruders gefallen, in dem sich die gesamte Familie versteckt. «Einmal haben sie eine Basis der Revolutionsgarde nur wenige Hundert Meter entfernt bombardiert», sagt er.

Zwar sei er persönlich gegen den Krieg, sagt Rahimi, der selbst zur kurdischen Minderheit gehört. Andererseits glaube er, dass es letztlich keinen anderen Ausweg gebe, weil die iranische Regierung nicht bereit sei, ihre Politik zu ändern und das System zu reformieren. Die wirtschaftliche Situation im Iran verschlechtere sich seit Jahrzehnten immer weiter, mittlerweile gebe es kaum noch Arbeit. Die Preise für Lebensmittel, Kleidung und andere Alltagsprodukte seien in den letzten Monaten beinahe täglich mit der Inflation gestiegen.

Dennoch ist er gegen ein offensives Eingreifen der Kurd:innen. «Wenn sie jetzt einen Aufstand starten, wer soll dann später die Verantwortung übernehmen?», fragt er. In seiner Heimatstadt Urmia gebe es viele verschiedene ethnische Gruppen, die sich niemals einer kurdischen Administration unterordnen würden. «Wir haben aserbaidschanische, armenische, kurdische, türkische und viele andere Minderheiten. Die werden sich nie von alleine untereinander einigen.» Und auch wenn sich mittlerweile viele Iraner:innen gegen das Regime stellten, gebe es in seinem Umkreis noch immer zahlreiche Menschen, die das Regime unterstützten – auch weil sie finanziell davon profitierten.

Am Ende, sagt Rahimi, blieben wohl nicht viele Möglichkeiten. Entweder die USA und Israel seien mit ihrem Krieg erfolgreich, oder es laufe wohl oder übel auf ein Abkommen zwischen allen Seiten hinaus. «Wir Iraner:innen wollen einfach nur wie Menschen leben», sagt er, bevor er sich in seine Nachtschicht verabschiedet. Wenn alle Seiten zu Frieden bereit seien und dazu noch Reformen angestossen würden, sei das immer noch besser als ein Bürgerkrieg, der das Ausmass des Krieges in Syrien noch bei weitem übersteigen könnte.

In Topzawa, dem Stützpunkt von Khabat, ist am Abend kurz vor dem Fastenbrechen das letzte Journalist:innenteam abgezogen. Der junge Peschmerga Saman hat in den vergangenen Tagen Dutzende Interviews gegeben und vom Angriff auf den Stützpunkt berichtet. Nun sitzt er auf einem kleinen Stein und legt seine Hände an die Stirn. Seit der Explosion vor wenigen Tagen habe er immer wieder Kopfschmerzen, vor allem wenn die Sonne scheine, sagt er.

Offiziell sei er das letzte Mal vor acht Jahren im Iran gewesen und seitdem nur auf nächtlichen Missionen über die Berge im Grenzgebiet zurückgekehrt. Auch mit seiner Familie habe er kaum noch Kontakt. Sobald der Krieg vorbei und der Iran befreit sei, wolle er zurückkehren, an einer Universität Medizin studieren und endlich ein freies Leben führen. «In 47 Jahren waren wir einem Sieg nie so nahe wie jetzt», sagt er.

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