17.10.2016

Seit gestern Abend seekrank

Von Noëmi Landolt

Montag, 17. Oktober, 17.15 Uhr

Gestern Abend losgefahren. Seither seekrank. Vomex-Kaugummis halfen kaum. Dafür taubes Gefühl im Mund, unendlich müde. Als ich es endlich in die Koje geschafft hatte, verpasste mir Barbara, sonst Ärztin auf einem Kreuzfahrtschiff, eine Spritze gegen die Übelkeit. Nebenwirkung: massives Kuschelbedürfnis. So schlief ich, eng umschlungen mit Wasserflasche und Stoffhase, den ich seit zwanzig Jahren nicht mehr auf Reisen mitgenommen habe, zwölf Stunden am Stück durch.

Heute auch immer zwischen Deck (frische Luft, aber pralle Sonne) und Kabine (muffig, aber schön dunkel) hin- und hergewankt. Nachmittags einmal mitgefahren auf dem Schlauchboot für ein Mann-über-Bord-Training. Kurz über die Unendlichkeit des Meeres gestaunt. Dann wieder in die Kabine.

Jetzt ein Pflaster hinterm Ohr. Hilft bisher am besten. Nebenwirkungen reichen, so habe ich gehört, von trockenem Mund über Wachträume bis hin zum Verlust der Fähigkeit, in die Nähe zu sehen (dabei bin ich sowieso schon arg kurzsichtig). Bisher nur trockener Mund.

P.S. Endlich Erdung abgesägt.