Vermisstensuche in Syrien: Vom Leid, das Assad hinterlässt

Nr. 8 –

160 000 Menschen gelten in Syrien als verschwunden. Nach dem Sturz des Regimes hofften ihre Familien auf Klarheit – stattdessen wachsen Wut und Ungeduld.

das Kloster Mar Musa
Kloster Mar Musa: Der Jesuit Paolo Dall’Oglio hat den Ort wiederbelebt – seit 2013 fehlt von ihm jedes Lebenszeichen. Foto: Jana Cavojska, Imago

Wer Gott inmitten der Wüste zwischen Damaskus und Homs nahe sein will, braucht einen langen Atem. Rund 350 Stufen aus hellem Kalkstein führen hinauf zum Kloster Mar Musa al-Habaschi, das auf einem Felsvorsprung über der kargen Landschaft thront. Oben auf der Terrasse lässt Jihad Youssef seinen Blick über das Tal schweifen. Vor dreissig Jahren, erzählt der heutige Abt, habe er hier bei einem Besuch in den alten Gemäuern unverhofft seine Bestimmung gefunden – und sein Sportstudium kurzerhand für eine Ausbildung zum Mönch aufgegeben. So «zärtlich, aber kraftvoll» sei die höhere Macht gewesen, die er in Mar Musa gespürt habe.

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