Iranisches Regime: Sein eigener Feind
Mit der Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Staatsoberhaupt versucht der iranische Gottesstaat, seine Macht zu erhalten. Doch das System ist zu verkrustet, um langfristig zu überleben. Von Amina Aziz
Rauchschwaden der jüngsten Angriffe hingen noch über Teheran, als sich die Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Entscheidung des Expertenrats richtete, wer auf das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei folgen würde, der nach mehr als 36 Jahren an der Macht getötet worden war. Ernannt hat die Machtelite am Sonntag schliesslich Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei (56). Der Schritt soll Stärke demonstrieren. Der neue Chamenei gilt als Mann der alten Garde. Doch was wie Entschlossenheit wirkt, ist in Wahrheit das verzweifelte Aufbäumen eines Regimes, das längst dem Untergang geweiht ist.