Repression in der Türkei: Demokratieabbau im Eiltempo

Nr. 15 –

Vergangene Woche liess Präsident Erdoğan erneut einen Bürgermeister der sozialdemokratischen CHP verhaften. Das Ende der Demokratie hatte der Autokrat schon in den neunziger Jahren angekündigt.

Solidaritätskundgebung für den CHP-Politiker Ekrem İmamoğlu am 18. März in Istanbul
Seit einem Jahr in Haft: Solidaritätskundgebung für den CHP-Politiker Ekrem İmamoğlu am 18. März in Istanbul.    Foto: Tolga Uluturk, Imago

«Nur wer mir gleicht, kann mich töten» – so lautet übersetzt der Titel eines Buches, das der türkische Essayist Cezmi Ersöz in den neunziger Jahren schrieb. Wahrscheinlich hat Recep Tayyip Erdoğan es nie gelesen. Trotzdem scheint sich der Buchtitel in der türkischen Politik zu bewahrheiten. Ekrem İmamoğlu, Erdoğans mächtigster politischer Gegner, ist dem Präsidenten bemerkenswert ähnlich. Er stammt ebenfalls aus der Schwarzmeerregion, ist ebenfalls jemand, dessen Stern aufstieg, als er Bürgermeister von Istanbul wurde, und ebenfalls jemand, der ein Mass an öffentlicher Unterstützung erlangt hat, das die Popularität seiner eigenen Partei bei weitem übersteigt.

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