Die abwesende Mutter In «Königin der Nacht» schreibt Lukas Bärfuss seine Familiengeschichte weiter: in autobiografischen Skizzen und politischer Reflexion.
«Er kennt seine Mutter nicht.» So lesen wir schon auf der zweiten Seite von «Königin der Nacht». Und weiter: «Sie war keine Mutter. Sie hatte ihn mit fünfzehn auf die Strasse gejagt.»
Das Buch könnte mithin enden, bevor es begonnen hat. Tatsächlich trägt der Autor dann einiges vom prekären Leben der fremden Mutter zusammen. Vor allem aber schreibt Lukas Bärfuss in seinem neusten Buch, «Königin der Nacht», von sich selbst: Es ist nach «Koala» (2014) und «Vaters Kiste» (2022), in denen er sich mit seinem Bruder beziehungsweise seinem Vater auseinandersetzt, das dritte Buch, in dem Bärfuss anhand eines Familienmitglieds seine Kindheit und Jugend verhandelt.