Kunstbiennale : Soft Power
In Venedig übertönen politische Proteste die Kunst. Und fügen sich in den Trubel der Preview-Woche.
Wenn es der grösste Kunstevent der Welt in die Schlagzeilen schafft, ist es selten wegen der Kunst, die dort gezeigt wird. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders: Die Berichte zur soeben eröffneten Kunstbiennale von Venedig drehten sich hauptsächlich um die dort stattfindenden Proteste, etwa der Aktivistinnen von Pussy Riot oder der Pro-Palästina-Bewegung.
Das hat auch damit zu tun, dass sich dieser Widerstand fast ausschliesslich in der Vorbesichtigungswoche entlädt, wenn die Aufmerksamkeit von Presse und Kunstszene am grössten ist, die dann exklusiv aufs neu eingerichtete Biennale-Gelände strömen. Paradoxerweise ist der Spuk jeweils vorbei, sobald mit der offiziellen Eröffnung auch die normalen Besucher:innen zugelassen sind.