Der Umbau Kairos: Die Armen in die Wüste
Die autoritäre ägyptische Regierung drückt Kairo ihren Stempel auf: Weit draussen entsteht eine neue Hauptstadt, im Zentrum werden historisch wertvolle Quartiere abgerissen. Deren Bewohner:innen müssen sehen, wo sie bleiben.
Der Nil ist noch derselbe. Aber die leuchtenden Fussgänger:innenbrücken, die futuristischen Wolkenkratzer und all die Kräne, die Kairos Silhouette stören: Sie sind neu. Die ägyptische Hauptstadt, die rund 10 Millionen Einwohner:innen zählt – 22 Millionen, wenn man das Umland mitrechnet –, verändert sich gerade auf dramatische Weise.
Beim Wekala-Kleidermarkt stehen immer noch die alten zusammengebastelten Buden, ohne erkennbare Logik angeordnet, unter einer Hochstrasse. Vor zehn Jahren begann hier das chaotische Labyrinth der schmutzigen Gassen des sogenannten Maspero-Dreiecks, eines zentralen Quartiers hinter dem legendären Tahrirplatz, zwischen dem Gebäude des Staatsfernsehens, dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und dem alten Ägyptischen Museum. Doch hier hat sich viel verändert.
Ein Quartier mit 20 000 Bewohner:innen wurde dem Erdboden gleichgemacht – für eine gigantische Baustelle. Riesige Werbetafeln zeigen ein Bankenquartier mit avantgardistischen Türmen, umgeben von üppigen Grünflächen, Swimmingpools, Läden, Bars und Luxusrestaurants. Ausgerechnet hier, wo das Chaos regierte, soll ein neuer Stadtteil nach «Dubaimodell» entstehen.
Das Filetstück Maspero
Maspero sei ein strategisch entscheidender Ort für die Neuerfindung von Ägyptens Zukunft, erklärt der Stadtplaner Ahmed Zaazaa, Mitgründer der NGO 10 Tooba, die sich nachhaltiger Stadtplanung und dem Recht auf Wohnen widmet. «Im städtischen Entwicklungsplan ‹Kairo 2050› war Maspero immer das Filetstück.» Schon 2008 drängte der damalige Diktator Hosni Mubarak darauf, informelle Siedlungen, sogenannte Aschwaijat, aus dem lukrativen Stadtzentrum zu verbannen. Das erklärte Ziel war es, die mit dem schnellen Bevölkerungswachstum entstehenden Probleme zu lösen: die hohe Bevölkerungsdichte, die Verkehrsüberlastung und die enorme Luftverschmutzung. Die Revolution von 2011 beendete Mubaraks Herrschaft – und stoppte diese Pläne. Allerdings nur vorübergehend.
Die Wut über Armut, einen gnadenlos repressiven Staat und Korruption löste die Revolution aus. Die Bevölkerung übernahm den Tahrirplatz, organisierte permanent Demonstrationen und Sit-ins. Mubarak trat zurück und wurde 2012 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, das Urteil wurde später wieder aufgehoben. Wahlen brachten Muhammad Mursi von den Muslimbrüdern an die Macht. Doch 2013 putschte das Militär und setzte Abdel Fattah al-Sisi als Präsidenten ein.
Kurz danach startete Ahmed Zaazaa ein partizipatives Entwicklungsprojekt in Maspero, zusammen mit dem Ministerium für informelle Siedlungen. Die Bewohner:innen wurden aufgerufen, Vorschläge zur Verbesserung der Lebensumstände im problembelasteten Quartier mit seinen einsturzgefährdeten Gebäuden zu machen. Das Projekt war erfolgreich und stand kurz vor dem Abschluss, als die Regierung das Ministerium 2015 auflöste und durch ein Wohnministerium ersetzte. Auf der Jagd nach ausländischem Kapital kannte der neue Minister Mustafa Madbuli (heute ist er Ministerpräsident Ägyptens) nur eine Devise: die Zerstörung der informellen Siedlungen in den für die Immobilienbranche attraktivsten Quartieren der Metropole. Und das in einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. «Das Ziel ist es, die Demografie völlig zu verändern und die Armen so weit von den Zentren zu entfernen wie möglich», betont Zaazaa. «Maspero war wie der erste fallende Stein eines Dominoeffekts, der in Dutzenden von Quartieren weiterging.»
Diese Neugestaltung Kairos wäre ohne Investitionen aus den Golfstaaten nicht möglich gewesen. Vor 2011 hatten die USA und der Internationale Währungsfonds die ägyptische Wirtschaft jahrzehntelang unterstützt und durch aufgezwungene Reformen beeinflusst. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait begannen nach 2013, Geld in ägyptische Banken einzuschiessen. Sie wollten Sisis Regierung stützen, da sie eine Rückkehr des politischen Islam an die Macht fürchteten – in einem Land, das für die Stabilität in der Region entscheidend ist. Später, als Sisi seine Macht festigte, änderten sie ihre Strategie. Nun unterstützten die Staatsfonds der Golfstaaten Ägypten nicht mehr mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen, sondern begannen, kommerziell in ägyptische Unternehmen zu investieren.
Haare schneiden verboten
Um zu verstehen, wie diese Politik die Bewohner:innen Kairos betrifft, hilft ein Besuch bei Tarek Mustafa und seiner Familie. Vor vier Jahren wurden sie aus dem Ghaiala-Bezirk in der Nähe des historischen Aquädukts in Altkairo an den östlichen Rand der Stadt umgesiedelt.
Das dort neu errichtete Quartier besteht aus identischen, geometrisch angeordneten und völlig seelenlosen Wohnblocks – ein brutaler Kontrast zur lebendigen Innenstadt. Als die Behörden beschlossen, dass das alte Quartier der Mustafas abgerissen werden würde, bekam die Familie eine Entschädigung und Angebote, wohin sie umziehen könnte. Nun leben sie zu vierzehnt in einer Zweizimmerwohnung. Der knappe Raum ist noch enger, weil sich überall Plastikhaufen und Kartonstapel türmen.
«Sie boten uns 5000 ägyptische Pfund und eine mietfreie Wohnung an», erzählt Mustafa im Kreis seiner Familie. Der Betrag entspricht 85 Franken. «Aber nach ein paar Monaten verlangten sie doch eine Monatsmiete, dazu Geld für Wasser, den Lift … Mein Bruder und ich konnten monatelang nicht zahlen, gerade hat man wieder gedroht, uns rauszuwerfen.»
Vor dem Umzug arbeitete Mustafa in einem Café, das wie der Rest des Quartiers in Trümmern endete. Sein Bruder war ein «Eselcoiffeur»: Er zog mit einem Eselwagen herum und schnitt den Leuten zu Hause die Haare. Die Behörden drohten ihm mit hohen Bussen, falls er seinen Beruf weiter ausübe. Nun versuchen beide Männer, ihre Familien über die Runden zu bringen, indem sie Abfall sammeln. «Dem Staat ist es egal, wenn du unter schrecklichen Umständen in einer Wohnung lebst, solange die neuen Quartiere von aussen sauber aussehen», sagt Mustafa.
Kairos Facelifting hat nicht nur einschneidende Folgen für das soziale Gefüge der Stadt, sondern auch eine tiefe symbolische und politische Bedeutung. Jemanden zu finden, der den Mut hat, offen darüber zu sprechen, stellt sich als schwierig heraus. Eine der wenigen Ausnahmen ist Sherif Azer, der Direktor der Ägyptischen Kommission für Rechte und Freiheit, einer der wenigen nichtstaatlichen Organisationen, die noch aktiv sind, obwohl immer wieder Aktivist:innen bedroht und verhaftet werden. Wir treffen uns im Hauptquartier der NGO in der «Gartenstadt», einer grünen Gegend in der Nähe des Botschafts- und Villenquartiers. Azer zeichnet eine Vergangenheit nach, die heute sehr weit weg scheint.
Die Revolution von 2011 transformierte den Tahrirplatz in Azers Worten «in eine Vision des Landes, von dem wir träumten, wo Freiheit, Gerechtigkeit und soziale Gleichheit herrschen». Sie brachte das Ende von Mubaraks dreissigjähriger Diktatur. Doch manche sagen, die Revolution habe nur gerade achtzehn Tage gedauert: vom 25. Januar bis zum 11. Februar, dem Tag, als Mubarak zurücktrat. Für Azer kam der Wendepunkt im Oktober, als Sicherheitskräfte in Maspero rund 30 koptische Christ:innen massakrierten und über 300 verletzten: «Wir hatten uns selbst belogen, als wir dachten, wir hätten Erfolg. Sie bewiesen, dass sie uns in einem Augenblick zerquetschen können.»
Für ihn bedeutet die radikale Veränderung des Quartiers auch einen Versuch, dieses schreckliche Verbrechen zu verschleiern. Danach wurde es nur noch schlimmer.
Wenn Azer heute über den Tahrirplatz geht, das Symbol der Revolution, fühlt er sich besiegt, wie er sagt. Der Platz war eine chaotische Fussgänger:innenzone, heute ist er ein riesiger Verkehrskreisel mit einem Obelisken des Pharao Ramses II. und vier Sphinxen in der Mitte. «Indem sie diese nationalistischen Symbole zur Schau stellen, betonen unsere Gegner: Der Platz gehört uns», sagt Azer. «Die Revolution ist zum Elefanten im Raum geworden: Niemand will darüber sprechen. Wir riskierten unser Leben im Namen von Rechten und Freiheit, aber die Ägypter wünschen sich nichts als Stabilität. Es ist ihnen egal, wenn sie erreicht wird, indem man alle Arten von Dissens unterdrückt.»
Paris in Kairo
Vom Tahrirplatz geht es die Talat Harb hinauf, eine der wichtigsten Einkaufsstrassen, wo Karim Shafie wartet, der Gründer des Al-Ismaelia-Immobilienfonds. Statt alte Gebäude zu zerstören und neue zu bauen, hat sich Shafie zum Ziel gesetzt, ikonische historische Häuser zu renovieren. Wenn man darüber hinwegsieht, wie heruntergekommen und smoggeschwärzt sie sind, fällt tatsächlich auf, dass die meisten Gebäude in Kairos Zentrum Elemente von Art nouveau und Rokoko aufweisen und an europäische Stadthäuser erinnern. Das ist kein Zufall: Ismail Pascha, der ägyptische Vizekönig von 1867 bis 1879, beauftragte französische Architekten mit einer Stadtplanung nach Pariser Standards. «Der Kollaps begann mit der Amtszeit von Präsident Gamal Abdel Nasser in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts», sagt Shafie. «Als fixe Mieten eingeführt wurden und die Inflation anstieg, hörten viele Leute auf, ihre Häuser zu unterhalten, und schöne Gebäude begannen zu zerfallen.»
Der Verkehr ist ohrenbetäubend, und Hunderte drängen sich in den Läden, die Ausverkäufe aller Art bewerben. Shafie hat Wohnhäusern, Hotels, Geschäften, Restaurants, sogar einigen Theatern und einem Kino neues Leben eingehaucht. Auch er ist auf Gelder aus den Golfstaaten angewiesen, aber versichert, die Kolonisierung sei nur ökonomisch. «Es ist egal, wo das Geld herkommt», meint er. «Es ist unser Job und der des Staates, zu schauen, dass Investitionsgesetze, Arbeiterrechte, Bauvorschriften und Umweltgesetze eingehalten werden.» Das wahre Problem seien die fehlenden Regeln für den Schutz der Kulturgüter. Diese drohten deshalb zu verschwinden.
Obwohl es ein Gesetz gibt, das Abbruchbewilligungen regelt und Gebäude von hohem architektonischem Wert unter Schutz stellt, gibt es keine staatliche Institution, die explizit für den Erhalt solcher Gebäude zuständig ist. Wenn Hauseigentümer:innen etwas abreissen wollen, können sie einfach eine Erlaubnis der regionalen Behörden und des Wohnministeriums einholen. Dieses hat sich ja zum Ziel gesetzt, Arbeiter:innensiedlungen durch Wertanlagen zu ersetzen, die finanziell mehr einbringen. Deshalb wurde in den letzten Jahren eine ganze Reihe von kulturell bedeutenden Gebäuden zerstört oder schwer beschädigt.
Death-Metal auf dem Friedhof
Ein eindrückliches Beispiel ist die Stadt der Toten, al-Karafa, eine der grössten und ältesten Nekropolen der Welt, die auf das 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurückgeht. Obwohl sie hinter einem der wichtigsten touristischen Hotspots des historischen Kairo liegt – der Zitadelle von Saladin aus dem 12. Jahrhundert – und wie diese zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, wurde sie vernachlässigt. Jahrelang machte das auch ihre Schönheit aus.
Allein in diesen stillen Irrgarten aus ungepflasterten sandigen Wegen einzudringen, während der Klang der islamischen Gebete aus allen Ecken dringt, ist eine spirituelle Erfahrung und führt weit weg vom Druck und Lärm der Riesenstadt. Einst geschaffen für die Gräber der arabischen Eroberer Ägyptens, wuchs die Totenstadt über Jahrhunderte, wurde zu einer Stadt in der Stadt. Kunstvoll gebaute islamische Gräber und Mausoleen stehen hier, doch die Ägypter:innen begruben nicht nur ihre Liebsten, sondern begannen bald auch, sich dort niederzulassen – nach einer Tradition, die bis in pharaonische Zeiten zurückgeht. Seit 2020 ist dieses einzigartige Experiment des Zusammenwohnens von Lebenden und Toten bedroht.
«Vor einem Jahr träumte ich von meiner Grossmutter. Sie bat mich um Hilfe», erzählt Sammy Said, ein Death-Metal-Musiker, dessen Familie ihre Toten seit Generationen hier begraben hat. Said hat seine abgetragene Kappe tief ins Gesicht gezogen, trägt einen langen Bart, schwarze Jeans, einen schwarzen Kapuzenpulli und Ketten. Seine Stimme ist warm und sanft. «Am nächsten Morgen rief meine Tante meine Mutter an und sagte, der Staat werde in drei Wochen alle unsere Gräber zerstören. Wir müssten die Körper der Toten zurücknehmen.» In einem Song mit dem passenden Titel «Bones» beschreibt er, wie er drei Tage brauchte, um die Überreste seiner Verwandten aus dem Untergrund zu holen. «Ich bin immer noch geschockt.»
Said weiss, dass die Stadt neue Infrastrukturen braucht, um vorwärtszukommen: «Ich verstehe, dass unsere Toten vernachlässigbar sind, verglichen mit dem Bedürfnis, die Wirtschaft zu fördern und Einnahmen aus dem Tourismus zu generieren. Trotzdem kann ich nicht akzeptieren, dass wir unsere Geschichte opfern.» Er spielt darauf an, dass nicht nur Strassen über die Gräber «gewöhnlicher» Leute gebaut wurden, sondern auch über jene von bedeutenden religiösen, politischen und kulturellen Persönlichkeiten – um Tourist:innen den Weg zu den Pyramiden und dem neuen Grossen Ägyptischen Museum zu erleichtern. Es ist das grösste Museum der Welt, das einer einzigen Zivilisation gewidmet ist: der pharaonischen. Manche, die versuchten, diese Zerstörung des historischen Erbes anzuprangern, landeten im Gefängnis. Darum möchte Said nicht mehr zum Thema sagen.
Neben dem Tourismus ist der Immobiliensektor der wichtigste Treiber der ägyptischen Wirtschaft. In den letzten Jahren schossen in der Wüste neue Städte aus dem Boden, gestaltet wie ihre Vorbilder in den Golfstaaten. Auch dabei wurden teils alte Quartiere geopfert. Und statt dass man bei der Planung darauf geachtet hätte, diese neuen Siedlungen wohnlich und menschenfreundlich zu gestalten, um die Zentren zu entlasten, war das Hauptziel auch hier schnelles Geld. Viele Leute hätten in den neuen exklusiven Städten an der Mittelmeerküste Wohneigentum gekauft, sagt Karim al-Hayawan, ein erfolgreicher Kairoer Architekt. «Auch ich habe dort in eine Wohnung investiert. In eineinhalb Jahren hat sich ihr Wert verdreifacht.» Die Reichen und Superreichen folgen einem beliebten Spekulationsmodell: Sie kaufen günstig Wohnungen, die noch gar nicht gebaut sind, und verkaufen sie dann, wenn die Nachfrage hoch ist. Bei manchen Projekten läuft das gut, andere werden als Bauruinen enden. Mit der neuen Verwaltungshauptstadt Ägyptens, die knapp fünfzig Kilometer östlich von Kairo gebaut wird und einmal 8,5 Millionen Menschen Platz bieten soll, kann Hayawan gar nichts anfangen: «Sie ist zu gross und schlecht strukturiert.»
Wer auf die neue Hauptstadt zufährt, sieht gigantische Tore wie Luftspiegelungen aus der Wüste auftauchen – im Stil eine Mischung aus neopharaonisch und futuristisch. Lange Kolonnen von schweren Fahrzeugen wirbeln Sand und Staub auf. Da und dort stehen schon ein paar Wolkenkratzer, ein Wohnblock, eine Moschee, so weiss, dass es blendet … Kaum eine Menschenseele ist zu sehen, nur ein paar Arbeiter, die wirken, als hätte eine Riesenhand sie in die Wüste gesetzt.
Es fehlt nicht nur an öffentlichen Verkehrsmitteln und anderer Infrastruktur. Auch finanziell bleibt die neue Hauptstadt für fast alle unerreichbar: Hier kostet eine Zweizimmerwohnung rund 40 000 Franken. Darum lehnen nicht nur die Armen, sondern auch Angehörige der Mittelklasse dieses Projekt ab, das – statt den Beginn einer «neuen Republik» zu markieren, wie Präsident Sisi hoffte – der kriselnden Wirtschaft mehr geschadet als genützt hat. Während private Immobilienfirmen für immer neue Gebäude werben und die Reichen weiterhin kaufen, kassieren die Behörden sowohl Geld vom Landverkauf als auch von den Steuerzahler:innen ein. Zu den grossen Profiteuren gehört eine parastaatliche Agentur, an der die Armee 51 Prozent und das Wohnministerium 49 Prozent des Kapitals hält.
Hayawan kann jedoch seinen Optimismus nicht verbergen. Er befürwortet den Weg, den Ägypten eingeschlagen hat: «Bis vor einigen Jahren drohte der wirtschaftliche Niedergang, und niemand investierte in unser Land. Jetzt sind wir attraktiv und stabil», sagt er grinsend. Ist dieser Optimismus gerechtfertigt? Das «Dubaimodell» ist das Produkt einer Symbiose von politischer Macht und Kapital. Das Risiko ist gross, dass in diesem Prozess der «Golfizierung» nicht nur die breite Bevölkerung einen hohen Preis bezahlt, sondern auch Ägyptens komplexe Geschichte und vielschichtige Kultur.
Aus dem Englischen von Bettina Dyttrich.