Nr. 44/2008 vom 30.10.2008

Hier hat Leben noch Geruch

Die ägyptische Hauptstadt Kairo wächst und wächst – sie hat inzwischen zwanzig Millionen EinwohnerInnen. Die Stadtentwicklung vertreibt viele aus ihrem bisherigen Lebenszentrum an einen neuen Wohnort, an dem sie nicht wirklich zu Hause sind. Ein Augenschein am (vorläufigen) Stadtrand.

Von Werner Scheurer, Kairo

Heute ist Mulid in Rod al-Farag. Mulid – das ist in Ägypten so etwas wie bei uns Chilbi oder Fasnacht. Jedes Jahr am letzten Donnerstag vor dem Fastenmonat Ramadan wird mit diesem Fest der längst verstorbene fromme Mann Sidi Farag gefeiert, zu dessen Ehre die Moschee im alten Kern des zentrumsnahen Quartiers errichtet wurde.

In der Moschee beginnen ein paar alte Männer, sich zu Sufigesängen zu wiegen, gleich beim Eingang hat der Bubenbeschneider seinen Stand aufgestellt – es gilt als besonders segensreich, wenn die Knaben an diesem Festtag «gereinigt» werden, wie das Beschneiden hier genannt wird.

Rund um die Moschee besteht der Mulid aus einem heillosen Jahrmarktrummel: Papierhütchen, Zuckerwatte, Süssigkeiten, laute Musik – es gibt Schiessbuden, ein hölzernes Roulette und nicht sehr stabil wirkende Schiffchenschaukeln sowie handbetriebene Karusselle. Als Kraftprobe stossen junge Männer ein kleines raketenförmiges Gerät an und schauen, wer dem Ding den Schub für die meisten Runden auf so etwas wie einer Miniaturachterbahn geben kann. Ein Heidenlärm und ein Riesengedränge, viel Staub und angenehme wie auch weniger angenehme Gerüche hängen in der Luft.

Ziegen im Treppenhaus

Zum Verschnaufen führt uns der vierzigjährige Häni, der uns für diesen Spektakel in sein Quartier mitgenommen hat, weg vom Zentrum des Geschehens durch die schmalen, ungeteerten Gässchen. Dort sitzen die Frauen vor ihren Häusern auf dem Boden, rüsten Gemüse, kommandieren die Kinder umher, scherzen oder streiten mit den Nachbarinnen. Häni zeigt uns das Haus, in dem er geboren und aufgewachsen ist: Es hat zwei Stockwerke, im Treppenhaus gibts Ziegen, und oben ist die Wohnung seiner Familie: ein etwa fünfzehn Quadratmeter grosses Zimmer. Im einen Bett haben seine Eltern, im andern die vier Söhne geschlafen, erzählt Häni. Die Familie im Zimmer nebenan benutzt die gleiche Toilette jenseits des Korridors; deren Wasseranschluss dient auch fürs Waschen und Kochen. Prunkstück der Wohnung ist der kleine Balkon zur Gasse. Die ist für den Mulid mit farbigen Lämpchen und Fähnchen dekoriert und so belebt, dass man die Trümmer des eingestürzten Hauses auf der gegenüberliegenden Seite kaum sieht.

Die Lebendigkeit des Mulid täuscht: Die Tage des alten Kerns von Rod al-Farag sind gezählt. Die alten Häuser zerfallen, niemand hat Geld, sie zu flicken. Das entspräche auch gar nicht den Absichten der Stadtverwaltung. Der Boden hier gehört zum teuersten der ägyptischen Hauptstadt, denn das Stadtzentrum ist nah und der Druck der City massiv sichtbar: Die kleine Welt von Rod al-Farag wird überragt von zwei rund 400 Meter entfernten, 34-geschossigen Türmen. Dieses neue Wahrzeichen der Kairoer Skyline, «Nile City» genannt, wurde von den Firmen der milliardenschweren koptischen Unternehmerfamilie Sawiris am Nilufer erstellt. Dort bildet es den nur vorläufigen Abschluss einer in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen Reihe von Hochhäusern mit Banken, Hotels, Shopping-Malls und dem World Trade Center. Die «Nile City» beherbergt unter ihren kitschig goldenen Kuppeln nicht nur die Büros der diversen Sawiris-Firmen, sondern Niederlassungen von mehreren Multis sowie Luxuswohnungen und eine Shopping-Mall mit Kinos. Eben wird die Lücke zwischen den beiden Türmen mit einem Fünfsternehotel gefüllt.

Die Zukunft des alten Quartiers sieht entsprechend düster aus – nach einer im Wortsinn blühenden Vergangenheit: Rod al-Farag heisst so viel wie «Garten des Farag». Hierher kamen Bauern aus dem Süden Ägyptens und bauten Gemüse für die StädterInnen an. Als der Nil noch der wichtigste Verkehrsweg war, befand sich in Rod al-Farag der Hafen. Die dazugehörigen Vergnügungslokale kennt man auch im Quartier nur mehr vom Hörensagen. An den Engrosmarkt für Gemüse, von dem aus während fünfzig Jahren die ganze Stadt versorgt wurde, erinnern sich hingegen noch alle: Er wurde 1994 abgerissen (siehe WOZ Nr. 26/94) und an einen neuen, rund zwanzig Kilometer entfernten Ort am Stadtrand verschoben. Wo früher der Markt stand, befinden sich nun eine Schule, ein Sportplatz und ein Garten. Für die AnwohnerInnen ist das eine Wohltat, denn längst ist um den historischen Kern ein grosses, dicht bebautes Wohnquartier entstanden. Es bildet nur den Anfang zum riesigen Stadtteil Schubra, in dem allein rund vier Millionen Menschen wohnen. Doch viele verloren durch die Verlegung des Markts ihre Arbeit, einige pendeln den langen Weg, andere zogen hinaus in den Stadtteil Ubour, der seit dem Umzug rund um den neuen Markt entstanden ist.

Häni nimmt uns mit in sein Stammcafé, ein Kaffeehaus an der Strassenecke, wo seine Freunde auf den Mulid-Umzug warten, der sich durch die engen Gassen windet. Als Schluss und Höhepunkt werden Kamele den Sarg des Quartierheiligen Sidi Farag durch die Gassen zur Moschee tragen. Nur noch wenige von Hänis Freunden wohnen in Rod al-Farag, auch er ist längst weggezogen. In der Wohnung, die er uns gezeigt hat, lebt nur noch sein Vater. Häni ist schon vor über zehn Jahren mit seiner Mutter und den Brüdern ins Quartier Warraq gezogen, etwa sechs Kilometer entfernt.

Informell am andern Nilufer

Am folgenden Tag fährt uns Häni in seinem Taxi in sein neues Viertel. Wir überqueren den Nil auf der nahen Embaba-Brücke. Auf dieser alten Eisenkonstruktion aus britischer Zeit fährt auch die Bahn Richtung Oberägypten. Ihre Geleise grenzen Rod al-Farag vom Stadtzentrum ab. Gleich jenseits der Brücke befindet sich der Polizeiposten Embaba, zuständig für den riesigen Stadtteil gleichen Namens. Embaba gehört zu den informell entstandenen Stadtteilen Kairos (vgl. «Bauboom» im Anschluss an diesen Text) und ist längst selbst eine Millionenstadt. Sie ist ohne Planung auf Agrarland gebaut worden und besteht, anders als die aus Wellblech und Abfall gezimmerten Hütten in Favelas oder Bidonvilles, aus mit Beton und Ziegelsteinen hochgezogenen, mehrstöckigen Gebäuden. In den neunziger Jahren war Embaba bekannt als Hochburg von islamistischen Extremistengruppen, die das Regime mit etlichen blutigen Anschlägen bekämpften. Sie konnten sich in dem Quartier, in dem die Regierung kaum präsent war und in das sich die Polizei nicht hineinwagte, bestens verstecken.

Auf der stark befahrenen Corniche entlang dem Nil kommen wir nur langsam voran. Während sich Embaba ins Landesinnere erstreckt, reihen sich an der Strasse etliche Regierungsinstitutionen, die teilweise noch aus der Zeit der Staatswirtschaft von Gamal Abdel Nasser (Ägyptens Präsidenten von 1954 bis 1970) stammen und anfänglich allein am Stadtrand standen: die Staatsdruckerei, die zentrale Mühle, das «Fieberspital». Dann verlässt die Strasse den Nil, an dem das Bewässerungsministerium, Werften für Nilschiffe und stillgelegte Ziegelfabriken stehen.

Eine Stuhlfabrik markiert die Grenze zwischen Embaba und Warraq. Stühle werden hier längst keine mehr hergestellt, doch als Orientierungspunkt dient die Industriebranche bestens. Warraq ist auf die gleiche Weise entstanden wie Jahre zuvor Embaba: Bauern verkauften Land oder bauten darauf selbst – ohne Bewilligung, ohne Planung, ohne Aufsicht. Einzige Anhaltspunkte waren die Landwirtschaftsparzellen und der Verlauf der Bewässerungskanäle, entlang denen die Häuserzeilen erstellt wurden. Die BewohnerInnen hatten lange ohne Infrastruktur auskommen müssen: Wasser gabs anfänglich nur an wenigen Wasserhähnen im Quartier, das Abwasser wurde von Eselskarren abgeholt.

Wie Embaba hat sich Warraq etwa drei Kilometer vom Nil weg ins Landwirtschaftsgebiet gefressen. Davon ist auf der parallel zum Nil nordwärts verlaufenden Strasse nicht viel zu sehen. Sie ist belebt und voller Geschäfte, gelegentlich wird sie breiter und damit zum Marktplatz. Hier befinden sich der Polizeiposten von Warraq und die Haltestelle der Mikrobusse, die die Leute in die Stadt bringen.

Verkehrsberuhigte Enge

Bei der städtischen Gasfabrik biegt Häni in eine breite Quartierstrasse ein. Die sei erst kürzlich asphaltiert worden, sagt er sichtlich zufrieden darüber, dass nun weniger Staub in der Luft liegt. Am Ende der Strasse ist die Brücke der Ringautobahn zu sehen, die das Quartier westlich und nördlich begrenzt. Häni lässt das Auto hier stehen: Zwar wären die von der geteerten Strasse wegführenden Gassen breit genug, doch ihr Belag, festgestampfte Erde voller Buckel, ist für Autos wenig geeignet. Eselwagen oder dreirädrige Rikschas kommen besser durch. Sie übernehmen seit ein paar Jahren als eine Art Quartiertaxi die Feinverteilung des Verkehrs in den engen Stadtteilen.

Hell ist es in den Strassen von Warraq nicht: Mit sechsgeschossigen Häusern auf beiden Seiten und bei einer Breite von etwa vier Metern gelangt nicht viel Licht in die Gasse.

Häni führt uns in das Gebäude, in dem sich seine Wohnung befindet. Das Treppenhaus ist eng und dunkel, die Stufen bis zum ersten Stock sind uneben und unterschiedlich hoch, der Aufstieg ist ziemlich riskant. Im dritten Stock ist Hänis Wohnung, wir treten in einen mit Stuck, schweren Vorhängen und starken Farben dekorierten Salon mit kissenbedeckten Sofas, Tischchen, Fernseher und einem grossem Schrank mit dem besseren Geschirr. Hänis Frau weilt gerade bei ihren Eltern, wir können uns ungeniert umschauen: An den knapp zwanzig Quadratmeter grossen Salon grenzt das etwa halb so grosse Schlafzimmer, zur Gasse hin hat es einen schmalen Balkon, auf der Rückseite ist eine winzige Küche und das noch kleinere Badezimmer. Alles klein und trotzdem dreimal grösser als Hänis Elternhaus.

Gekauft und doch nur gemietet

Hier wohnt Häni erst seit einem Jahr. Gekauft hat er die Wohnung schon vor zwölf Jahren – im Hinblick, oder eher in der Hoffnung, auf eine Heirat. Wohnung und Hochzeit sind teure Angelegenheiten für junge Ägypter – ganz abgesehen davon ist die Partnerwahl in einer islamischen Gesellschaft nicht ganz einfach. Bis alles so weit war, wohnte Häni ein paar Strassen weiter mit seiner Mutter und kratzte das nötige Geld zusammen. Für die Wohnung zahlte er 10 000 ägyptische Pfund (damals rund 3700, heute 2100 Franken) und bekam dafür, wie in Ägypten üblich, einen Rohbau: Sanitäre Installationen in Bad und Küche, WC-Schüssel, Waschbecken und Kochherd sowie Böden und Verputz gehen zulasten des Käufers.

Dabei ist die Bezeichnung Käufer juristisch nicht einmal korrekt: Ein Teil der bezahlten Summe war für den Mietvertrag, der Rest ein Akonto für die vereinbarte Monatsmiete. Diese beträgt für Hänis Wohnung 100 Pfund (21 Franken). Während Jahren bezahlte Häni davon monatlich nur 50 Pfund bar, die restlichen 50 Pfund kamen von der Anzahlung. Erst seit kurzem bezahlt Häni nun die volle Monatsmiete. Immerhin bedeutet Mieten in Ägypten fast so viel wie Kaufen: Der Mieterschutz war dank der Erlasse während Nassers Regime quasi total, Kündigungen und Mietzinserhöhungen waren ausgeschlossen. Häni konnte seine Wohnung noch nach diesem alten Recht kaufen – inzwischen wurde der Mieterschutz gelockert.

Warraq sei ein gutes Quartier, da wohnten keine armen Leute, versichert Häni und verspricht, uns die Nachbarschaft «Meter für Meter» zu zeigen. Wir ziehen los in Richtung der nächsten grösseren Querstrasse. Es sind ein paar Eselwagen unterwegs, von denen herunter Händler ihr Gemüse verkaufen, dazu kleine Lieferwagen von Handwerkern, aber kaum andere Autos. Taxifahrer lehnen es meist ab, in enge Quartiere mit schlechten Strassen zu fahren, wo sie nachher den Weg kaum mehr rausfinden, weil alle Gassen, Ecken und Häuser so ähnlich aussehen. Viele der Nebenstrassen sind Sackgassen, dort hat es deutlich weniger Geschäfte, und sie stossen bald einmal auf die Rückseite einer Häuserzeile.

In den Strassen findet sich die übliche Mischung aus Lebensmittelgeschäften und DienstleisterInnen. Vielleicht gibt es ein bisschen mehr Holz- und Metallwerkstätten, weil in Warraq viele noch dabei sind, ihre Wohnungen auszubauen. Von etlichen Häusern ist das Erdgeschoss nicht von einem Laden belegt, sondern von einem Stall für Ziegen, Esel, Kühe und Pferde. Futter muss herangeschleppt, ihr Mist entsorgt werden. Manche Tiere werden morgens auf entfernte Weiden gebracht, die Wasserbüffel zum Bad in einen Bewässerungskanal. Abends werden sie wieder heimgetrieben. Landwirtschaft mitten im städtischen Quartier? Der neugierige Blick in den Stalleingang wird nicht gerne gesehen: «Das gehört sich nicht», erklärt Häni die aufgebrachte Reaktion einer Bäuerin, «gerade so wenig wie der Blick in eine private Wohnung.»

Trotz Ramadan ist an einer Strassenecke ein Kaffeehaus geöffnet – es wird von einem Christen geführt und ist daher auch tagsüber offen. Warraq sei durchmischt, weil die Leute aus Quartieren hergezogen sind, die ebenfalls von KoptInnen und MuslimInnen bewohnt werden. Tatsächlich waren an der Nilstrasse nicht nur Moscheen, sondern auch einige grosse Kirchen zu sehen. An der nächsten grösseren Querstrasse herrscht Hochbetrieb. Sie ist ungewöhnlich breit, weil in der Mitte ein früherer Bewässerungskanal zugeschüttet wurde. Ein idealer Ort für den Markt: BäuerInnen bringen ihre Gemüse mit Pferdewagen, Frauen bieten die Früchte ihres Gartens oder selbst gemachten Käse an, es gibt Geflügel, frisch oder gar lebendig, HändlerInnen verkaufen Fische, die weniger frisch aussehen. Die Strasse ist zwar breiter als üblich, aber es gibt trotzdem kaum ein Durchkommen, jeder Platz wird genutzt – in den Erdgeschossen unfertiger Häuser warten Pferde und Esel vor Grashaufen, bis es wieder heimgeht.

Das Angebot des Markts begeistert Häni nicht besonders, und seine Frau bestätigt später: Gemüse und Früchte sind in Rod al-Farag günstiger, frischer und überhaupt besser. Auf unserem Spaziergang durchs Quartier trifft Häni dreimal auf Bekannte und wechselt ein paar Worte: Es sind alles Leute, die er von Rod al-Farag her kennt, entfernte Cousinen oder angeheiratete Verwandte. Plötzlich stehen wir vor einem Gebäude, das eine hohe Mauer umgibt: der Schule. Es sei – neben zahlreichen Privatschulen – die einzige Regierungsschule im Quartier, sagt Häni. Kinder, die uns neugierig begleiten, wissen es besser: Dort und dort gebe es noch andere, sie zählen mindestens drei. Gärten oder Grünflächen dagegen sind weit und breit keine zu sehen – wo keine Häuser stehen, ist Schutt und Abfall. Grün ist es nur ausserhalb, wo noch Landwirtschaft betrieben wird.

Verloren im eigenen Quartier

Bald finden wir uns in einem Teil von Warraq, dessen Gassen noch enger und nicht mehr rechtwinklig angelegt sind. Das muss das frühere Bauerndorf sein, das einst wahrscheinlich allein auf weiter Flur gestanden hat. Mittendrin eine prunkvolle, goldverzierte Villa – da hat einer mit Landverkäufen wohl viel Geld gemacht. Die verwinkelten Gassen und unser Hin und Her haben Häni verwirrt: In welche Richtung und wie weit ist es bis zur Nilstrasse, zur Stuhlfabrik, zur Abfahrt von der Ringstrasse? Wir besteigen eine Rikscha und lassen uns zu Hänis Taxi fahren.

Am Abend sitzen wir wieder in Rod al-Farag mit seinen Freunden im Kaffeehaus. Einige von ihnen wohnen ebenfalls in Warraq oder in andern neuen Quartieren weit entfernt am Stadtrand. Doch sie treffen sich alle hier, praktisch täglich. Hier kennen und grüssen sie jeden, der vorbeigeht. Sie wissen alles über ihn, kennen seine familiären Verhältnisse, seine finanziellen und gesundheitlichen Probleme sowie alle anderen Geheimnisse. Hier ist ihr Zuhause und ihr Coiffeur, hier wird Brautschau gehalten. Hänis Heirat wurde hier ausgehandelt, obwohl seine achtzehnjährige Frau in Warraq geboren ist – aber auch ihre Familie stammt aus Rod al-Farag. Seine fünf Monate alte Tochter hat Häni bei der Geburt in Rod al-Farag angemeldet, und er nimmt an, dass sie hier zur Schule gehen wird. Auch er selbst und seine Frau leben offiziell noch hier: «Hier hat das Leben noch einen Geruch, man lebt miteinander, kennt alle, und auch ihre Väter und Grossväter.» Wird er je ein Warraqi werden? «Nie!», lautet die klare Antwort. Es dauere mindestens zwei, drei Generationen, bis jemand an einem neuen Ort Wurzeln schlage, schätzt er. Und für ihn gibt es keinen Zweifel: Das wirkliche Leben ist hier. Hier in Rod al-Farag.

Dieser Artikel wurde ermöglicht durch den Recherchierfonds des Fördervereins ProWOZ. Dieser Fonds unterstützt Recherchen und Reportagen, die die finanziellen Möglichkeiten der WOZ übersteigen. Er speist sich aus Spenden der WOZ-LeserInnen.

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