Nr. 07/2019 vom 14.02.2019

Bieler Stadtautobahn

Von Adrian Riklin

Eine offene Schneise mitten durch die Stadt: Das würde den BielerInnen blühen, käme es zum Bau des «Westasts», eines Teils der A5-Umfahrung Biel-Bienne. Geht es nach dem Bund und der Berner Kantonsregierung, soll damit eine der letzten Lücken im Schweizer Autobahnnetz geschlossen werden.

Der Widerstand gegen das Zweimilliardenprojekt, dem rund 100 Häuser und 745 Bäume geopfert würden, ist immer breiter und lauter geworden – mehrere Tausend Personen nahmen zuletzt an vom Verein «Biel wird laut!» organisierten Demos teil. Nun können sie einen ersten Teilerfolg verzeichnen: Die vom Kanton einberufene Dialoggruppe mit VertreterInnen der Städte Biel und Nidau sowie von 25 Organisationen für und gegen das Projekt soll bis Juni 2020 Zeit haben, eine «breit abgestützte» Lösung zu finden.

Letzte Woche hat sich die Gruppe erstmals getroffen. Solange dieser Dialog läuft, soll das Ausführungsprojekt nicht weiter vorangetrieben werden. Catherine Duttweiler vom Komitee «Westast so nicht!» beurteilt die Aufnahme eines solchen Prozesses grundsätzlich als «sehr positiv». Wichtig sei nun aber, dass «saubere Spielregeln als Grundlage für einen fairen und transparenten Entscheidungsprozess» geschaffen würden. Noch seien viele Punkte unklar. Die zwölf gegnerischen Gruppen haben bis zum 1.  März eine Frist für Rückmeldungen zum Vorgehen. Gelingt es, sich auf die Rahmenbedingungen zu einigen, sollte im März auch dem Antrag auf eine Sistierung des Plangenehmigungsverfahrens beim Umweltdepartement (Uvek), wie ihn der Kanton signalisiert hat, nichts im Weg stehen. Eine Sistierung hat neben den Westast-GegnerInnen auch schon der Bieler Gemeinderat gefordert, nachdem eine repräsentative Umfrage des «Bieler Tagblatts» ergeben hatte, dass nur ein Fünftel der Bevölkerung in Biel und Agglomeration hinter dem offiziellen Projekt steht.  

Nachtrag zu den Artikeln «Die Schneise zwischen Bahn und See» in WOZ Nr. 11/2017 und «Biel ist und bleibt laut» in WOZ Nr. 44/2018.

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