Nr. 34/2009 vom 20.08.2009

Fortschritt und Zuversicht

Von Stephan Pörtner

Weil niemand mehr recht an ihn glaubte, hatte es der Fortschritt auch nicht mehr eilig. Er lag den ganzen Tag mit der Zuversicht auf dem Sofa herum. Wenn er irgendwann mal aufstand, sah man ihn dumpf in den Kühlschrank starren. Der einst so dynamische und beliebte Zeitgenosse, den die höchsten Kreise hofiert hatten, war tief gefallen. Niemand rief an, niemand wollte etwas von ihm wissen. Die Schuld an allem, was schief gelaufen war, wollten sie ihm in die Schuhe schieben. Schliesslich griff er sich eine Bierdose und tröstete sich mit dem Gedanken, dass es diese ohne ihn gar nicht gäbe.

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