Nr. 11/2011 vom 17.03.2011

Im «Karma-Koma»

Von Stephan Pörtner

Auf dem beliebtesten der dreihundertzwölf Sender lief seit drei Tagen ununterbrochen die Realityshow «Karma-Koma», bei der die elf KandidatInnen versuchen mussten, unter haarsträubenden Umständen einen Rest von Würde zu bewahren. Sie wurden gezwungen, mit ihren Nachbarn zu Mittag zu essen und zu tun, als sei das normal. Man liess sie Tramfahren und dreimal umsteigen oder eine Szenebar betreten, ohne dabei auszusehen wie jemand, der furchtbar beschissen wurde. Natürlich verloren die meisten KandidatInnen schon nach wenigen Folgen den Verstand, und am Schluss gewann Grossenbacher den in Aussicht gestellten Hauptpreis: einen Kühlschrank der miesesten Energieklasse, der nach zwei Tagen den Geist aufgab.