Nr. 26/2011 vom 30.06.2011

Tour der Pein

Von Stephan Pörtner

Beim schwersten Velorennen aller Zeiten ging von Anfang an alles schief. Zwar hatte man die Athleten so gut wie möglich mit modernster Arznei aufgepeppt und genetisch soweit verändert, dass sie selbst bei diesen Bedingungen nicht allzu stark beschädigt werden sollten. Trotzdem gab es von Beginn weg Ausfälle der gröberen Art. Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und Sinnentleerung griffen im Feld um sich, wie einst die Pest im Rheinland. Sogar die unzerstörbaren Ukrainer warfen ihre Hightechmaschinen über die erstbeste Böschung und bewarben sich als Bäckergesellen unten im Städtchen. Nur der verschlagene Hugo Ruiz schien von all der Unbill verschont zu werden und gewann glanzlos.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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