Nr. 37/2020 vom 10.09.2020

Tanntaucher rettet das Klima

Von Stephan Pörtner

Um nicht gänzlich flöten zu gehen, legte Tanntaucher in seinem Hinterhof nach allen Regeln der Kunst, mit Folie und Randbepflanzung, einen Mikroteich an, der von der Nachbarschaft als ordinäre Pfütze wahrgenommen wurde. Er gedachte, darin Organismen zu züchten, die im besten Fall nicht nur Forschungsmaterial für lange Herbstabende böten, sondern auch noch das Klima, und sei es nur das hinterhöfische Mikroklima, positiv beeinflussen würden. Insgeheim träumte er sogar davon, den Mikroteich zum Megatrend zu machen und als sein Erfinder, wenn nicht zu Reichtum, so doch zu einem umfassenden Wikipedia-Eintrag zu kommen, der seine bis dahin glanzlose Existenz beträchtlich aufpolieren würde.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Letzten Herbst ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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