Nr. 39/2011 vom 29.09.2011

Hubers Grosstat

Von Stephan Pörtner

In einem düsteren Dorf weit draussen auf dem Land herrschte grosser Hunger, weil niemand sich entschliessen konnte, endlich posten zu gehen. Wie eine blaue Wolke hatte sich die Trägheit und Antriebslosigkeit über die Menschen dieses eigentlich hübschen Weilers gelegt, sodass nicht einmal mehr die Hunde das Haus verliessen. Schliesslich war es der dicke Huber, der den Lethargiefaden zerriss und Bier holen ging. Was der kann, können wir schon lange, sagten sich die Nachbarn, stürmten die neu eröffnete Filiale eines Hard-Discounters, deckten sich dermassen mit Sonderangeboten und Ramschwaren ein, dass sie auch die nächsten drei Jahreszeiten nicht mehr nach draussen mussten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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