Nr. 46/2012 vom 15.11.2012

Nimm zwei

Von Stephan Pörtner

Weil der Wahlkampf immer teurer und aufwendiger wurde und ausserdem mit so harten Bandagen geführt wurde, dass mehr Schaden als Nutzen daraus erwuchs, beschloss man kurzerhand, die Anzahl der Präsidenten auf zwei zu erhöhen. Weil sie ja mit ihren Vorschlägen ohnehin nie durchkamen, das Gegenteil machten von dem, was sie versprochen hatten, und sich allgemein als weniger erbaulich als erhofft erwiesen, kam man zum Schluss, dass es auf einen mehr oder weniger auch nicht ankam. Die Welt und der Präsidentenpalast waren gross genug, so dass sich die beiden in vier Jahren nur zwei Mal begegneten und dabei nicht einmal erkannten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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