Nr. 49/2012 vom 06.12.2012

«Grandios», «nicht lustig», «obsessiv»

Eine Sammlung von Reaktionen auf unsere «Die 300 Reichsten wollen nicht teilen»-Spezialausgabe.

«Akute Verwechslungsgefahr am Kiosk» – optisch, nicht inhaltlich, meint «Die Südostschweiz». Kioskplakatständer am Berner Bubenbergplatz.

Presse

«Blick am Abend»:

«WOZ» spottet über «Bilanz»-Liste: Das linke Kampfblatt bat die 300 Reichsten, je eine Million zu zahlen – erfolglos. (…) Pikant: Die «Bilanz» wusste bis heute nichts von der Parodie.

«Aargauer Zeitung»:

Die WOZ ging bei den 300 Reichsten im Lande auf Spendensammlung – erfolglos. Weitaus grosszügiger ist die WOZ selber. Auf der Ausgabe ist weder ein Preis noch ein Barcode aufgedruckt. Alles gratis? Nein, das Goldcover habe so geblendet, dass man den Aufdruck vergessen hat, so die WOZ.

«TagesWoche»:

Die Idee der «WOZ» ist überraschend und originell, die Umsetzung gelungen. Nicht nur, was die Titelgeschichte betrifft, auch die flankierenden Texte – etwa «Die goldene Galerie» oder die Reisetipps für «Villenwanderungen» – liest man gerne, ebenso das Interview mit dem marxistischen Philosophen Slavoj Zizek. Schön auch das Gedankenspiel, wie man die 481 Milliarden Franken der 300 Reichsten umverteilen könnte: «Jede arme Familie in der Subsahara erhält einen Solarkochherd.» Auch liesse sich ein Nulltarif für den öffentlichen Verkehr in der Schweiz umsetzen. Oder Gratiskrippenplätze für Kinder und Teilzeitarbeitsstellen für Männer einrichten. Die Reichen müssten trotz alldem nicht am Hungertuch nagen. Unter «Wohltätigkeit» hält die WOZ-Redaktion fest: «JedeR der 300 Reichsten der Schweiz darf eine Million behalten.»

«Die Südostschweiz»:

Aufgepasst am Zeitungskiosk! Nicht nur die bekannte «Gold-Bilanz», die alljährlich den aktuellen Kontostand der 300 Reichsten im Land zelebriert, findet sich dieser Tage in der Auslage, sondern auch eine goldene Reichsten-Spezialausgabe der «WOZ – Die Wochenzeitung». Optisch besteht also akute Verwechslungsgefahr. Inhaltlich selbstredend nicht: Denn die WOZ bleibt, was sie immer war, nämlich stramm links.

«20 Minuten Online»:

Die «Bilanz»-Macher nehmen den Seitenhieb mit einem Schmunzeln zur Kenntnis: «Die Idee ist ja ganz lustig, doch hat die WOZ einfach unsere Zahlen vom letzten Jahr abgeschrieben. Unseren Ansprüchen würde dies nicht genügen», so Chefredaktor Schütz.

«St.Galler Tagblatt»:

Die «Together»-Initiative kam nicht zustande. Die Aktion aber ist ungewollt zur Persiflage auf das Editorial von «Bilanz»-Chefredaktor Dirk Schütz geworden. Der beklagt, dass im Westen die Jagd auf Reiche «ein immer deutlicheres Phänomen» werde, während sie in Asien bewundert würden. (…) Drei Tips für Villenwanderungen führen zu «bescheidenen Betonquartieren und luxuriösen Latifundien». Das zeugt von grandiosem Witz der WOZ-Macher – der die Ernsthaftigkeit der goldenen WOZ und ihres Anliegens jedoch nicht untergräbt, sondern gar verstärkt.

LeserInnen

Twitter:

Christoph Hess (@christophhess): «Komisch: Linke behaupten Geld sei nicht so wichtig, aber @Wochenzeitung befasst sich obsessiv mit Reichtum.»

Constantin Seibt (@ConstSeibt), Reporter «Tages-Anzeiger»: «Die WOZ in Gold: grosses, grosses Kino. Milliardärsklasse!»

Toby Matthiesen (@TobyMatthiesen): «Props für die Spezialausgabe. Spüre ich da einen Hauch von Titanic in der WOZ?»

Manuel Bamert (@WinTou): «Slavoj Zizek erscheint wie ein Topf voll überkochenden Wissens mit seiner Intelligenz als Herdplatte.»

Olivier Kessler (@Oli_Kes), PR-Berater und SVP-Mitglied aus Wollerau SZ: «Mit wem wollen [die Reichen] nicht teilen? Was ist daran ein ‹Skandal›? Werden Gesetze gebrochen?»

Natalie Raeber (@nraeber): «Beim Briefkasten: hab mich gewundert, wo die WOZ wohl ist... Gefunden und gedacht: Cooles Format!»

Jacqueline Badran (@JayBadran), SP-Nationalrätin: «Wer diese Woche nicht die @Wochenzeitung kauft, verpasst was. Gross! Fehlt einzig etwas Tageszins-Rechnerei.»

Mail:

Schon mal eine begeisterte Gratulation zu dem, was ich eben aus dem Briefkasten gefischt habe! Es hat mich grad mal erst zehn Minuten (notabene in Schuhen und mit Schal noch um) an einen Ort gebannt, wo ich – im Gegensatz zu andern Leuten – nie lese. Aufmachung, Thema, Storys, Grafiken, Layout machen einfach eines: Lust, sich sofort ins Weiterlesen zu stürzen.
Anita Jost, Sutz

«Was ihr uns da abliefert und insbesondere wie, das ist absolut grandios und würdig, Preise verschiedenster Gattungen einzustreichen! Mit heller Begeisterung: WOZ sei Dank!»
Andreas Marin

Telefon:

«Diese Ausgabe ist nicht lustig.»
Frau T. aus B.

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woz@woz.ch oder 044 448 14 14

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