Nr. 10/2013 vom 07.03.2013

Die verfluchte Daseinszeit

Von Stephan Pörtner

Vor dreissig Jahren war die Welt bekanntlich noch in Ordnung, weil die jungen Leute noch nicht geboren waren. Dieser Überzeugung waren unterdessen selbst Fünfundzwanzigjährige, die mit einer genetisch und sozial bedingten Verknöchertheit zur Welt gekommen und seither in ihren Ansichten nur bestärkt worden waren. Ausser ein paar technischen Geräten, mit denen sich die verfluchte moderne Daseinszeit massiv vertrödeln liess, stieg darum die Ablehnung all dessen, was irgendwem das Leben irgendwie angenehmer hätte gestalten können. Denn damals, so ging die Legende, gab es noch Arbeit für alle, und diese dauerte erst noch 42,5 Stunden pro Woche, ein als ideal errechneter Wert.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb schöner Engel») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

Stephan Pörtner und Beat Schlatter präsentieren ihre «Literaturshow und Tanzmusik» am Sonntag, 10. März, um 11 Uhr in der Schulbibliothek Herrliberg.

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