Nr. 16/2013 vom 18.04.2013

Gegen die sexualisierte Gewalt

Von Sonja Wenger

«Krieg ist immer auch Gewalt gegen Frauen», schreibt die Frauenrechtsorganisation Medica mondiale, die vor zwanzig Jahren von der Schweizer Gynäkologin Monika Hauser gegründet wurde. Seither setzt sich die Organisation weltweit ein für die angemessene medizinisch-gynäkologische Versorgung, den psychosozialen Beistand sowie die rechtliche Beratung von Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Hauser hatte 1992 einen Artikel über systematische Vergewaltigungen von Frauen im Bosnienkrieg gelesen und reiste daraufhin ins Kriegsgebiet, um zu helfen. In kurzer Zeit baute sie in Zenica das weltweit erste Therapiezentrum für kriegstraumatisierte Frauen auf – viele sollten danach folgen: etwa im Kosovo, in Afghanistan, Liberia oder Indonesien.

Die Arbeit von Medica mondiale ist heute nötiger denn je: Sexualisierte Gewalt – Vergewaltigung, sexuelle Folter, Verschleppung oder Zwangsprostitution – hat trotz Uno-Konventionen zum Schutz der Frau und Prozessen vor internationalen Strafgerichten nicht abgenommen. Noch immer sind Frauen in allen Konflikten dieser Welt «Kriegsbeute» und wird Vergewaltigung gezielt als Kriegswaffe eingesetzt.

Es ist dem Einsatz von Medica mondiale zu verdanken, dass es trotzdem Erfolge zu verzeichnen gibt: So wird sexualisierte Gewalt inzwischen als schweres Menschenrechtsverbrechen mit teils lebenslangen physischen und psychischen Verletzungen wahrgenommen, die von der Medizin und der Psychologie ganz neue Therapieformen verlangen. Bis es allerdings zu einem echten Umdenken in von Chauvinismus geprägten Gesellschaften kommt, hat Medica mondiale noch viel Arbeit vor sich.

www.medicamondiale.org

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