Nr. 42/2013 vom 17.10.2013

Keine Zeit für Zweifler und Neider

Von Stephan Pörtner

Hauenstein und Hungerbühler surften auf einer derartigen Erfolgswelle, dass es ihnen die Frisuren zerzauste und nur so stiebte. Wo immer sie auftauchten, herrschten Frohsinn, Zuversicht und Einsatzbereitschaft. Schon Wochen vor ihrem Eintreffen wurden grossflächig AnwohnerInnen umgesiedelt, Stadtviertel saniert und Arenen erstellt, in denen alle, aber wirklich alle, teilhaben konnten an diesem einmaligen Erfolg, der so unerwartet gekommen war, dass niemand Zeit gehabt hatte herauszufinden, worin er eigentlich bestand. Und weil dies keine Zeit für Zweiflerinnen und Neider war, dauerte es fast ein Jahr, bis herauskam, dass Hungerbühler in Wirklichkeit Lehrer war und gar nicht wissen konnte, worum es eigentlich ging.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Im Juni ist sein neuer Krimi, «Mordgarten», erschienen, der in der Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft spielt und unter www.woz.ch/shop erhältlich ist. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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