Nr. 43/2013 vom 24.10.2013

Die Situation der Prostituierten hat sich verschlimmert

Von Susan Boos

Die Stadtregierung von Zürich wollte die Prostitution «menschenwürdig» regeln. Sie erliess eine Prostitutions- und Gewerbeverordnung (PGVO), die seit Anfang des Jahres in Kraft ist. Mit viel Geld und Brimborium wurde ein Strichplatz mit sogenannten Verrichtungsboxen erstellt. Gleichzeitig hob man den Strassenstrich am Sihlquai auf. Den Sexarbeiterinnen bringt das neue Regime aber vor allem mehr Repression, wie die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ), die Zürcher Stadtmission und die Zürcher Heilsarmee in einer gemeinsamen Pressemitteilung kritisieren. Eine erste Evaluation der PGVO habe gezeigt, dass die «Neuregelung des Strassenstrichs und die damit verbundenen polizeilichen Repressionen die Sexarbeiterinnen kriminalisieren, diskriminieren und in die Illegalität abdrängen» – wo sie «anfälliger sind gegenüber Ausbeutung und Gewalt». Auch seien die Prostituierten dadurch für die Beratungsstellen viel schlechter erreichbar.

Die drei Organisationen stellen konkrete Forderungen: Unter anderem soll ein Abschnitt der Langstrasse legaler Strassenstrich werden, kleine Salons sollten auf einfache Weise eine Bewilligung erhalten, und das ganze Massnahmenpaket zur Regulierung der Prostitution müsse von unabhängiger Seite überprüft und den Bedürfnissen der Frauen angepasst werden.

Nachtrag zum Artikel «Ein Verbot schadet den Frauen» in WOZ Nr. 38/13.

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