Nr. 05/2014 vom 30.01.2014

«Diebe im Gesetz» und «Putins Spiele»

Von Carlos Hanimann

Gibt es so etwas wie ehrenhafte Verbrecher? Edle Räuber? Im Russischen gibt es dafür zumindest einen schönen Begriff: Wory w sakone – Diebe im Gesetz. Der Ausdruck entstand in der Sowjetunion der 1930er Jahre und bezeichnete den höchsten Rang der russischen Unterwelt.

«Diebe im Gesetz» lautet auch der deutsche Titel des wohl aufsehenerregendsten Films des Regisseurs Alexander Gentelev. Mit dem 2010 veröffentlichten Dokumentarfilm ist ihm ein intimes Porträt der russischen Mafia gelungen. Leonid «Macintosh» Bilunow, Alimsan «Taiwantschik» Tochtachunow, Witali Djomotschka: Sie alle waren Diebe im Gesetz – Räuber, Schutzgelderpresser und auch Mörder – und berichteten dem Filmemacher Gentelev ausführlich und ohne Scheu über ihren zweifelhaften Weg nach oben. Heute nennen sie sich «Businesmeni», Geschäftsleute.

Nun wird Gentelevs neustes Werk im Fernsehen gezeigt. «Putins Spiele» heisst sein Dokfilm über die Olympischen Winterspiele, die am 7. Februar im Sommerferienort Sotschi beginnen. Stecken hinter der Olympiavergabe und dem Bauboom in Sotschi ebenfalls Diebe? Gentelev wühlt im olympischen Sumpf und sucht nach Belegen für Korruption.

«Putins Spiele» von Alexander Gentelev wird 
am Sonntag, 2. Februar 2014, um 23.05 Uhr im ORF 2, am Mittwoch, 5. Februar 2014, um 22.55 Uhr auf SRF 1 und am Donnerstag, 6. Februar, um 8.55 Uhr 
auf Arte ausgestrahlt und ist auf www.arte.tv 
zu sehen.

Alexander Gentelev ist im Februar 2014 Gast im WOZ-Monatsinterview.

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