Nr. 38/2014 vom 18.09.2014

Plädoyer für Zugreisen

Von Stephan Pörtner

Das Wählen der geeigneten Route war laut Mirkosanner das A und O einer erfolgreichen Rückkehr aus dem grotesk weit der Heimat gelegenen Ferienort, der dieser immer ähnlicher wurde mit seinen Hard-Discountern, Pizzerien und Irish Pubs. Das Meiden von Ländern, die mit L beginnen, war dabei ebenso wichtig wie das konsequente Überschreiten der Tempolimite und Umfahren kultureller und wirtschaftlicher Brennpunkte. Die sich daraus ergebende Strecke war weder kurz noch anspruchslos, und dass jenen, die auf der Rückbank sassen, permanent schlecht war, liess sich nicht vermeiden. Die Verpflegung in heruntergekommenen Strassenrestaurants mit fauligem Lokalkolorit gärte zudem noch lange in den Touristenleibern weiter.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. «Mordgarten» ist auch unter www.woz.ch/shop/buecher erhältlich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, 
die aus exakt 100 Wörtern bestehen. 
www.stpoertner.ch

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