Wichtig zu wissen : Pyramiden des Irrsinns

Nr. 12 -

Ruedi Widmer über die kommunistische Islamisierung der Schweiz

Während im IS erste Reformschritte zu sehen sind – die Hinrichtung eines Scharia-Richters, der zu viele Leute töten liess –, geht die Radikalisierung in der Schweiz weiter. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb), die «Stasi-Behörde» (so die SVP, die lieber den russischen Geheimdienst als Kesb-Betreiber sähe), soll mit einer Volkszorninitiative zerschlagen werden.

Man kann sicher darüber diskutieren, ob man die Kesb anders organisieren soll, zum Beispiel mit der Wiedereinführung der Verding- oder Klosterstrafe. Aber viele der weinerlichen Kesb-GegnerInnen wie Julia Onken (Minarette), Zoë Jenny («Das Blütenstaubzimmer»), Chris von Rohr (Köppel-Laudatio) oder Regula Stämpfli («Blick», Facebook) wollen vergessen machen, dass der Nationalrat das vom damaligen SVP-Bundesrat Christoph Blocher (nicht verwandt mit SVP-Oppositionsführer Christoph Blocher) aufgegleiste Kesb-Gesetz mit 198 zu 2 Stimmen befürwortete. Nur die SVP-Nationalräte Pirmin Schwander und Walter Wobmann waren dagegen; eine gewisse Achtung ist da angebracht.

Der Zürcher Kantonsrat hat zudem den Pikettdienst der Kesb abgelehnt. Die SVP, die auch null Verständnis für die Entschädigung von Verdingkindern zeigt, sprach von «unnötigem Aktivismus». Aus Sicht der Partei der Schweizer verständlich, war die Kesb zu diesem Zeitpunkt vor dem Flaachemer Kindesmord (als ein nicht existierender Kesb-Pikettdienst es gegen alle Regeln der Physik geschafft hat, ein Kind umzubringen) doch ein langweiliges soziales Thema, mit dem sich kein Wahlkampfärger bewirtschaften liess. Doch heute ist die SVP die Gralshüterin einer Kesb-freien Welt. Wie schnell eine Partei ihr Gesicht ändern kann, ist ein Wunder der Botoxforschung.

Der IS will nun auch die Pyramiden und die Sphinx von Giseh zerstören. Ein kuwaitischer Geistlicher hatte diese Idee, und es finden sich vermutlich genug Motivierte unter den IS-Konvertiten, die Stein für Stein abtragen. Die sozialistische Kesb wird garantiert schwierige Jugendliche in den IS schicken, um sie nach der Scharia zu erziehen und die kommunistische Islamisierung der Schweiz fortzusetzen.

Und nun kommen auch noch die Schwulen und Lesben und wollen, dass keine Politik gegen Gleichgeschlechtlichkeit mehr gemacht werden darf. Die Homosexuellen innerhalb der SVP sind im Geheimen natürlich froh über den Vorstoss, aber ihr Verständnis für die eigenen Hardliner ist ebenso gross, schliesslich sind Homos tendenziell harmoniesüchtig. Toni Bortoluzzi kann nämlich nichts dafür, dass er Schwule nicht gut findet, das ist angeboren und unheilbar. Er müsste kalt abgeduscht und dann in den IS-Pyramidenabbau geschickt werden. Oder in ein «Schwulenkloster». Doch Bischof Huonder wird die veraltete Bezeichnung «Kloster» bis ans Lebensende verteidigen, schliesslich würde «Schwulenkloster» das geheime Credo der katholischen Kirche offenbaren: Priester müssen zwingend schwul sein, damit sie keine Kinder bekommen; Gläubige müssen zwingend hetero sein, damit sie Kinder bekommen. So ist alles gut. (Schwule würden Kinder sowieso direkt in die Kesb hineingebären.)

Ruedi Widmer ist Cartoonist in der Kinder- und Erwachsenenhumorbehörde des Kantons Zürich und jährlich mit vielen schwierigen Fällen von PolitikerInnen beschäftigt.