Nr. 25/2015 vom 18.06.2015

Landeswährung eingestampft

Von Corina Fistarol

Praktisch wertlos: 100 000 000 000 000-Zim-Dollar-Schein (hundert Billionen).

Rund 175 000 000 000 000 000 (175 Billiarden) Zim-Dollar – das entspricht je nach Noten ungefähr einem gefüllten Leiterwagen oder einem Rucksack voller Geldscheine – können Sparsame bis Ende September in ausgewählten Banken gegen 5 US-Dollar eintauschen. Dann wird Simbabwes vierte Landeswährung seit der Unabhängigkeit eingestampft: Die Regierung in Harare hat beschlossen, die Leidensgeschichte des Zim-Dollars definitiv zu beenden.

Zu Beginn der Unabhängigkeit 1980 hatte Simbabwe noch eine erfolgversprechende Wirtschaft, und ein Zim-Dollar wurde zu 1,5 US-Dollar gehandelt. Doch die Wirtschaftspolitik des Staates scheiterte auf ganzer Linie. Immer wieder hat die Regierung versucht, per Geldpolitik wirtschaftliche Zusammenbrüche und exorbitante Inflationsschübe zu bremsen. Ein Dutzend Nullen wurde gestrichen, eine neue Währung eingeführt. Doch als sich die Wirtschaft 2008 im freien Fall befand und sich die Güterpreise allein im Juli um schwindelerregende 230 Millionen Prozent erhöhten, berechnete niemand mehr neue Wechselkurse.

Seither wird in Simbabwe mit fremden Währungen bezahlt: mit US-Dollars, südafrikanischen Rands, Euros, britischen Pfund, indischen Rupien, japanischen Yen und australischen Dollars (siehe WOZ Nr. 13/2014). Selbst Staatsangestellte wurden fortan in US-Dollar entschädigt – und auf öffentlichen Toiletten war es verboten, statt WC-Papier Zim-Dollars zu verwenden.

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