Nr. 45/2016 vom 10.11.2016

Der Sheriff muss gehen

Von Daniel Stern

Der «härteste Sheriff der USA» ist abgewählt. Joe Arpaio, oberster Polizist im County Maricopa des Bundesstaats Arizona, muss nach sieben Amtszeiten seinen Posten räumen. Er unterlag dem demokratischen Herausforderer Paul Penzone mit 45 zu 55 Prozent der Stimmen. Die Abwahl ist ein grosser Erfolg für eine Koalition von Organisationen aus der Latino- und Latinabevölkerung, die eine Kampagne gegen Arpaio führten (siehe WOZ Nr. 44/2016). Arpaio, der im bevölkerungsreichsten Bezirk von Arizona auch für die Gefängnisse zuständig war, liess die Gefangenen in Ketten legen und brachte einen Teil von ihnen – bei Sommertemperaturen von bis zu 46 Grad im Schatten – in Zelten unter. Die lateinamerikanische Bevölkerung in seinem Einflussgebiet war durch Arpaios Polizei gezielt ins Visier genommen worden. Der Sheriff machte auch dann noch weiter, als das oberste Gericht der USA dieses Racial Profiling für verfassungswidrig erklärte.

Die Abwahl von Arpaio ist nicht der einzige Sieg der DemokratInnen und Linken in Arizona. Die Bevölkerung stimmte auch einem Volksbegehren zur Erhöhung des Mindestlohns von jetzt 8,05 Dollar auf 12 Dollar bis 2020 zu. Gleichzeitig siegte jedoch auch in Arizona Donald Trump gegen Hillary Clinton, mit 49,7 gegen 45,3 Prozent der Stimmen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch