Nr. 45/2016 vom 10.11.2016

Die Zweiseenwanderung

Von Daniela Janser

Auch im zweiten Wahlgang hat ers nicht geschafft, das Blatt noch zu wenden. Am 6. November wurde Erich Zoller, bisheriger CVP-Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, definitiv abgewählt. Dieser Abwahl vorausgegangen war eine Schlammschlacht. Bruno Hug, Verleger und Chefredaktor der «Obersee Nachrichten», hatte Zoller in seiner Zeitung systematisch angegriffen, als Teil seines Feldzugs gegen die Kesb. Im ersten Wahlgang trat Hug gleich selbst gegen ihn an. Im zweiten Wahlgang setzte sich dann Hugs Wunschkandidat, der FDP-Mann Martin Stöckling, durch.

Schon ein paar Stunden nach seiner Abwahl stand Zoller im nächsten Wahlkampf. Diesmal ist er selbst der Sprengkandidat. Es geht um das Präsidium der Walenseegemeinde Quarten mit knapp 3000 EinwohnerInnen. Er trete dort «aus dem Bauch heraus» an, sagte der Berufspolitiker dem «Sarganserländer».

Auch in Quarten steht ein zweiter Wahlgang an, nachdem der amtierende parteilose Gemeindepräsident Roman Zogg im ersten Wahlgang nicht bestätigt worden war. Obwohl ihm nur 17 Stimmen zum absoluten Mehr von 568 gefehlt hatten, gab er – etwas überraschend – bekannt, dass er zum zweiten Wahlgang am 27. November nicht mehr antreten wolle. Und plötzlich waren gleich mehrere KandidatInnen im Rennen, emsig wurden Flugblätter verteilt und Komitees gegründet. Zur Wahl stehen der Herisauer (!) Rechtsdozent Hermann Reiff von der SVP, der bereits im ersten Wahlgang gegen Zogg angetreten war, und als zweiter SVP-Exponent der amtierende Gemeinderat Othmar Peter, dazu kommt das unbeschriebene Blatt Claudia Landolt, die aber keinen Wahlkampf betreiben will. Zu diesen dreien stiess kürzlich – etwas überraschend – doch wieder der bisherige Gemeindepräsident Roman Zogg, parteilos, aber der SVP nahestehend. Er will aber ebenfalls keinen Wahlkampf mehr machen. Ergänzt wird das seltsame Quartett nun durch den in Rapperswil frisch abgewählten Erich Zoller. Bleibt zu hoffen, dass der Geschlagene dem überbevölkerten und auffällig SVP-lastigen Quartner Wahlkampf auf den letzten Metern den entscheidenden Impuls gibt.

Nachtrag zum Artikel «Der Bruno vom Obersee» in WOZ Nr. 42/2016.

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