Nr. 47/2016 vom 24.11.2016

UBS und CS in der Pipeline

Von Daniel Stern

300 Verletzte, mehrere davon schwer: Die Auseinandersetzungen rund um die geplante Dakota Access Pipeline (DAPL) im Norden der USA haben sich in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt. Die Ölpipeline wird namentlich von den Sioux-IndianerInnen North Dakotas heftig bekämpft, weil diese Öllecks und damit die Vergiftung ihres Trinkwassers befürchten (siehe WOZ Nr. 42/2016). Darum sind in der Nähe des Indianerreservats Standing Rock in den letzten Monaten Protestcamps errichtet worden, in denen UnterstützerInnen aus dem ganzen Land ausharren, um den Fluss Missouri zu schützen.

Am Sonntag haben rund hundert AktivistInnen der Protestcamps versucht, eine Brücke freizuräumen, die von der Polizei aus taktischen Gründen vor Wochen mit Barrikaden abgesperrt worden war, was die Bewegungsfreiheit der Protestierenden und AnwohnerInnen einschränkt. Polizeieinheiten aus drei Bundesstaaten sowie die Nationalgarde verhinderten die Räumungsaktion mit äusserster Brutalität. Sie setzten bei Temperaturen von fünf Grad unter null Wasserwerfer gegen die AktivistInnen ein und verschossen Tränengas, Gummigeschosse sowie Blendgranaten. Der 21-jährigen Sophia Wilansky wurde dabei von einem Projektil der linke Arm zerfetzt.

Inzwischen solidarisieren sich auch Schweizer NGOs mit den Protesten in North Dakota. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) klagt «Menschenrechtsverletzungen» und «massive Polizeigewalt» an. Und sie macht auf den Bezug zur Schweiz aufmerksam: Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse halten an den vier Firmen, die die Pipeline bauen lassen, Aktienpakete im Wert von mehreren Hundert Millionen Franken. Zudem haben laut GfbV die beiden Schweizer Banken den Firmen auch je einen Kredit im Umfang von 340 Millionen Franken gewährt. Sie stünden deshalb in der Verantwortung. Die GfbV fordert von der UBS und CS, dass sie sich für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen. Andernfalls sollen die Gelder zurückgezogen und die Aktien verkauft werden.

www.nodapl.ch

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