Nr. 13/2018 vom 29.03.2018

Antreten zur Widmerwoche!

Ruedi Widmer über Katalane, Arsen und Familienfilz

Von Ruedi Widmer

Die Presse meldete: Reiswaffeln enthalten Arsen, LED-Bildschirme zerstören die Augen. Beides beunruhigt mich, und doch wird es keine Warnkleber auf den betroffenen Produkten geben, weil Arsenfreie und Leuchtidioden wie ich nicht ernst genommen werden, ganz im Gegensatz zu den Veganern und Laktosefreien. «Es gibt erst Kleber, wenn Sie die Gründung von kantonalen Anti-Arsen-Verbänden in allen 26 Kantonen und in mindestens 20 EU-Staaten nachweisen können», würde man mich bei Migros und Coop abkanzeln. Den jahrelangen Leidensweg der Laktoseintoleranten durchmachen? Vielleicht müsste man einfach noch mehr Arsen ins Grundwasser kippen?

Der Katalane Puigdemont ist in Deutschland auf dem Weg von Finnland nach Belgien verhaftet worden, weil Spanien einen Haftbefehl erteilt hat. Das ist das Schöne an der EU, sie bringt die Behörden der verschiedenen Länder zusammen und verbindet sie freundschaftlich. Jetzt müssen nur noch die Völker mitmachen.

Sind Katalane eigentlich Vögel oder katholische Priester? Beides nicht, es sind zweirumpfige Schiffe.

Gemäss Statistik der Stadt Zürich stimmen 75-Jährige doppelt so oft ab wie 20-Jährige. Die Politfaulheit der RentnerInnen ist erschreckend: Vom Alter her müssten sie nämlich dreieinhalbmal mehr an die Urne gehen.

Der «March for Our Lives» gegen Waffengewalt am Wochenende von Hunderttausenden Jugendlichen in vielen US-amerikanischen Städten ist das Resultat zu hoher Geburtenraten, die man hierzulande mit dem «Marsch fürs Läbe» auch noch fahrlässigerweise durchsetzt. Evangelikale Anliegen sind zu stoppen, wenn damit Anliegen der Waffenlobby tangiert werden.

Dieses Jahr war der SVP-Parteitag in Klosters. Wie auf einer Kaffeefahrt führte Adrian Amstutz auf der Bühne eine Motorsäge vor, die danach von den Delegierten massenweise gekauft werden musste. Bier und Mineral schmeckten gut, aber irgendwie sind diese Ausflüge immer gleich, und nächstes Jahr gibts dann eine Heizdecke für die kalten Zeiten, die auf die Schweiz zukommen, wenn die Sozialdemokraten überall weiter zulegen.

In Winterthur drohte Jan Schoch, Inhaber des grössten Büromöbelhauses der Stadt, nach dem Erdrutschsieg der Linken bei den Gemeinderatswahlen vom 4. März mit Abwanderung, weil diese dann die Steuern wieder erhöhten. Dabei sollte gerade Schoch froh sein, wenn er die rasant wachsende Bürokratie der Linken mit seinen Möbeln ausrüsten darf.

SVP-Politiker Erich Hess ist jetzt noch in den kantonalbernischen Grossen Rat gewählt worden, nachdem er bereits im Berner Stadtrat und im Nationalrat sitzt. Mit seinen guten Verbindungen via Köppel/Bannon wäre vielleicht sogar noch ein Senatssitz in den USA möglich.

SP-Politikerin Susanne Leutenegger-Oberholzer tritt nach dreissig Jahren aus dem Nationalrat zurück. Weg frei für Filippo Leutenegger, endlich Oberholzer zu werden.

Familiäre Verbandelungen in Politik und Wirtschaft sind deren viele: die Ehefrau von Ex-Raiffeisenbank-CEO Pierin Vincenz, Nadja Ceregato, die unter ihrem Mann Chefjuristin der Bank war (nur weil sie nicht Vincenz hiess, merkte es niemand); SVP-Landesvater Christoph Blocher, der seine weibliche Seite in die Parteileitung nachzieht; Hillary und Bill Clinton, die zusammen die Pizzeria «Pizzagate» in Washington betreiben; der amtierende US-Präsident, dessen halbe Familie im Weissen Haus angestellt ist, obwohl er auch Stormy Daniels hätte einstellen können; oder der neue Berner Regierungsrat Philippe Müller (FDP), der fast dieselbe Person ist wie Ex-FDP-Parteipräsident Philipp Müller. Gerade die linke Seite, wo solche Klüngeleien besonders hart kritisiert werden, hat selber genug «Verbindungen». Jacqueline und Mario Fehr, SP-Regierungsratspaar im Kanton Zürich, tun seit Jahren so, wie wenn sie nichts miteinander zu tun hätten.

Ruedi Widmer ist Cartoonist in Winterthur und verhindert Korruption, indem er keine Gesichtscremes von Louis Widmer verwendet.

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