Nr. 37/2019 vom 12.09.2019

Selber dumm

Von Stephan Pörtner

Hundemüller staunte mitunter über seine eigene Blödheit, die trotz der oft vermuteten Volksverdummung und der Clowns an der Spitze wichtiger Nationen noch immer, wie ihm schien, weit überdurchschnittlich war und für ihn, zumindest unmittelbar, schwerere Konsequenzen hatte als die der anderen. Wie es ihm immer wieder gelang, mittels hirnrissiger, undurchdachter Spontanhandlungen, erfolgversprechende und gut geplante Vorhaben grandios scheitern zu lassen, das hätte ihn beeindruckt, hätte es ihn nicht dermassen aufgeregt. So blieb ihm nur der Trost, aufgrund selbiger Blödheit nicht in verantwortungsvolle Stellungen aufgestiegen zu sein und darum die elende Bredouille nur zu seinem ganz privaten Schaden und Nachteil anzurichten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September erscheint im Bilgerverlag sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies». Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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