Nr. 42/2019 vom 17.10.2019

Leider unentdeckt

Von Stephan Pörtner

Zum dritten Mal in vier Jahren konnte das Naturphänomen des absackenden Weihers beobachtet werden. Da es jedoch gegen drei Uhr morgens stattfand und nur wenige Minuten dauerte, war Olga Benzenhof, die Schicht arbeitete und um diese Zeit mit ihrem Hund nach draussen ging, die Einzige, die das tat. Der Wasserspiegel der Tümpel sank dabei innert Sekunden um etwa zwei Meter, um kurz darauf beinahe geräuschlos wieder auf normales Niveau anzusteigen. Weil sie kein Interesse daran hatte, als Spinnerin abgetan zu werden oder den idyllischen Ort mittels Beweisvideo zum Hotspot zu machen, blieb das Phänomen, das so vieles erklärt hätte, unentdeckt.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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