Nr. 03/2020 vom 16.01.2020

Protest in Baar

Von Franz Moor

KlimaaktivistInnen setzen den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore unter Druck. Vergangenen Sonntag sind rund siebzig Personen in einem Schweigemarsch vom Bahnhof Zug zum Hauptsitz des Konzerns nach Baar gezogen. Sie trugen Kreuze mit sich, auf denen stand: «Glencore act now» oder auch «Kohle im Boden lassen». Anlass des Marsches waren die verheerenden Brände in Australien, die inzwischen 28 Menschenleben gekostet und zum Tod von mehreren Hundert Millionen Tieren geführt haben (vgl. «Die Grenzen der Anpassung»). Glencore ist der grösste Kohleförderer Australiens und gehört zu den treibenden Kräften, die die australische Regierung bislang von wirksamen Klimaschutzmassnahmen abgehalten haben (siehe WOZ Nr. 2/2020). Die von Glencore 2018 allein in Australien geförderte Kohle führt zu viermal mehr Treibhausgasen, als die ganze Schweiz im gleichen Jahr ausgestossen hat. Dennoch plant der Konzern in Australien den Ausbau mehrerer bestehender Minen sowie einen Neubau.

In einer Rede an der Mahnwache nahm der Zuger Kantonsrat Andreas Lustenberger (Grüne) auch Bezug auf die lokale Politik. So sagte er: «Indem wir Konzerne wie Glencore mit tiefen Steuern in ihren Geschäftspraktiken unterstützen, tragen wir eine Mitverantwortung für das immense Leid.» Das klimaschädigende Verhalten der grossen Konzerne kommt zunehmend unter Beschuss, wie jüngst in Deutschland Siemens, die einen Grossauftrag beim Bau der australischen Adani-Kohlemine angenommen hatte.

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