Nr. 09/2020 vom 27.02.2020

Nicht in den Wind zu schlagen

Von Stephan Pörtner

Die Stürme, die über das Land fegten und Teile des morschen Baumbestands auf Outdoorfanatiker krachen liessen, die den Nutzen ihrer Funktionskleidung überschätzten, verunsicherten nicht nur die auf sichere Waldwege angewiesenen Hündeler, sondern auch die Wissenschaft, die aufgehört hatte, sich mit Wind und Wetter zu befassen, weil ohnehin niemand richtig zuhörte und nur end- und sinnlose Diskussionen, die nicht weiterhalfen, daraus resultierten. Diese Stürme waren indessen mit einer solchen Symbolhaftigkeit belastet, dass für einmal selbst die eisernsten Schönredner und Abwieglerinnen nicht umhinkamen, von einer Abweichung der Norm zu sprechen, die sich nicht durch Tieferziehen der Kapuze in den Wind schlagen liess.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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