Nr. 28/2020 vom 09.07.2020

Leben als Nullsummenspiel

Von Stephan Pörtner

In den schönen Tagen, die sich bis in die allseits beliebte Ferienzeit erstrecken würden, herrschte in diesem Jahr eine besondere Verwirrung, weil ausser Rauschtrinken, Grossveranstaltungen und Massentanz auch diverse andere dem Freizeitvergnügen zugeschlagene Aktivitäten ein potenzielles Gesundheitsrisiko bargen. Aufgrund des eingehämmerten Claims, dass Freizeitvergnügen mit Leben gleichzusetzen sei und nun dieses bedrohe, stellte sich die Frage, ob denn das Ganze, nicht die Gefährdung, sondern das Leben im Allgemeinen, ein Nullsummenspiel war oder doch eher eine Scharade oder am Ende gar ein ausgekochter Schwindel. Es versprach diese Saison indessen wieder gleich zu werden, bei aller Abenteuerlust bevorzugte man doch das Immergleiche.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies» im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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