Nr. 21/2020 vom 21.05.2020

Homeoffice als Fake

Von Stephan Pörtner

Das Vortäuschen von Vollzeitbeschäftigung zur Vermeidung von Aufgeboten zu Hausarbeit und Kinderbetreuung war manchmal fast so anstrengend wie die beiden Aufgaben selber. Zwar gab es inzwischen schon einige Anbieter, die komplette Videokonferenzvideos in verschiedenen Sprachen im Programm hatten, die in Endlosschlaufe im Hintergrund laufengelassen und aufgepoppt werden konnten, sobald sich Schritte der Bürotür näherten. Ins Handy zu reden, ohne verbunden zu sein, Videospiele auf dem Zweitmonitor zu spielen und mittels Drücken der Taste F4 verschwinden zu lassen, unterschied sich nicht gross von dem, was er auch am richtigen Arbeitsplatz tat. Doch womit die stets überlang verschwatzten Kaffee- und Mittagspausen kompensieren?

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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