Nr. 19/2020 vom 07.05.2020

Elende Hipsterbärte!

Von Stephan Pörtner

Dank der in Kraft tretenden Lockerung des Lockdowns endlich Haar- und Barttracht von eigens dafür geschulten Berufsleuten kürzen lassen zu dürfen, war das eine, von den eigenen Nachbarn auf dem Trottoir vor dem Haus beinahe angerempelt und als elender Hipster beschimpft zu werden, das andere. Tatsächlich war ihm in den sieben Wochen, seit das Zuhausebleiben zur ersten Bürgerpflicht wurde, ein Bart ersprossen, der sich sehen oder eben nicht sehen lassen konnte, weil er an keinerlei Videokonferenzen, Zoom-Chats oder Ähnlichem teilnahm, keine Filmchen und Bilder von sich herstellte und keinen Kontakt zu Menschen hatte, die sich an seiner Gesichtsbehaarung gestört hätten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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