Nr. 24/2020 vom 11.06.2020

Wo der Kaffee wächst

Von Stephan Pörtner

Woran der Verzicht auf um die Welt geschipperte Produkte scheitern würde, wurde bereits nach zwei Wochen klar. Ohne Kaffee war das Leben eine zähe Angelegenheit, praktisch nicht der Rede wert. Einzig der Klimawandel, der durch den Konsumverzicht eben verhindert werden sollte, würde es eventuell ermöglichen, Kaffee lokal anzubauen, aber dann wäre es eben zu spät, und so blieb das Dilemma ein unlösbares. Eine Welt zu retten, in der zu leben derart freudlos sich gestaltete, war mangels Motivation schwierig. Es blieb als Ausweg nur, den Konsum von neun auf zwei Tassen täglich zu reduzieren und diese derart herbeizusehnen, dass es flimmerte.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies» im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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