Nr. 11/2021 vom 18.03.2021

Randsport für Reiche

Von Stephan Pörtner

Von der Gerissenheit der Bergbevölkerung zeugte das dort entwickelte System, die vom Wesen her reine Reichen- und Randsportart des Skifahrens immer wieder neuen Generationen als Volksvergnügen und -identifikation anzudienen. Unterstützt von offiziell verordneten, sogenannten Skiferien, in denen Eltern, die selber als Kinder Ski fahren gelernt und es, kaum erwachsen und eigenständig, wieder aufgegeben hatten, ebendieses Skifahren nun wieder zu praktizieren begannen, um es den eigenen Kindern beizubringen, bis diese es dann, abgesehen vom Nachwuchs von Zweitwohnungsbesitzer- und Sportskanonenfamilien, auch wieder aufgaben, bis sie selber Kinder hätten und der Reigen von vorne losginge, ohne dass je Zeit blieb, zu überlegen, wozu.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Letzten Herbst ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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