Eine Erklärung : Endlich Emilie

Nr.  19 –

52 Jahre lebt Emilie als Mann. Bis sie sich überlegt zu tun, was sie schon immer tun wollte.

Auf der Kommode in der Stube steht dein Bild, jeden Tag schaue ich dich an, geborgen liegst du in den Armen deiner Grossmutter, Januar 1996, kurz nach deiner Geburt, deine Hände zu Fäusten geballt, die Augen zusammengekniffen, Söckchen an deinen Füssen, rot mit weissen Streifen.

Ich versuchte, dir ein guter Vater zu sein, 24 Jahre später schriebst du mir auf Facebook, 24. April 2020, ein Freitag, 12.58 –

I heti dr gärn e schüchi frag gstellt :) Wiso nennsch du di im FB Emilie?

Ich versuchte, euch ein guter Vater zu sein, dir und deinem Bruder, aber jetzt seid ihr weg, unerreichbar für mich, das erzählte ich dem Mann, der heute hier war. Meine Stimme war brüchig, nie zuvor hatte ich mit einem Reporter gesprochen, auf dem Tisch sein Aufnahmegerät, meine Zigaretten, Fragen über Fragen, «Frau D., wie waren Sie als Kind? Gab es ein Coming-out, Frau D.?»

Allein war ich. Vater arbeitete nachts, in der Druckerei an den Maschinen, schlief tagsüber, «geh woanders spielen, Martin, dein Vater braucht Ruhe, Martin, geh nach draussen». Muetti machte den Haushalt, mein Bruder, sieben Jahre älter als ich, war in der Schule.

24. April 2020, ein Freitag –

… ganz «schüch» beantwortet: i heisse Emilie ou im Pass/ID … ganz offiziell … Du darfsch gärn wyteri fraage stelle – vlt. als video-chat (später … am abig?)

Gerne hätte ich dir alles erzählt.

Das Schnäbi störte, es gefiel mir nicht, ich war vielleicht fünf, streunte durch Reinach, schaute den Bauarbeitern zu, wie sie eine Grube aushoben, fuhr mit dem Velo in den Wald, Vater trank und schlief den ganzen Tag, im Garten stand ein Kirschbaum, zwanzig Meter hoch, daneben eine Salweide, ich kletterte, bis mir schwindlig wurde.

Frau Berger im Kindergarten schickte mich heim, Muetti schickte mich raus, beim Freibad auf einem Feld stellten sie die Bahnen auf für die Kilbi, ich war sechs, in unserem Block gab es keine anderen Kinder, ich kletterte auf der Salweide, hörte ein Knacken, sah die Weidenkätzchen vorbeirauschen, als ich aufwachte, sah ich nur Beine und Füsse und hörte, dass Muetti angerannt kam.

Vater schimpfte mich einen Teufelsbraten, Muetti brachte mich zum Doktor, ich hatte Schrammen im Gesicht und verkrustetes Blut im Haar.

Ich weiss, liebe Melanie, sehr wohl, wie es sich anfühlt als Kind, wenn deine Eltern sich trennen. Trotzdem konnte ich meine eigene Ehe nicht retten –


Wir waren eine Familie, aber das Geld reichte kaum, ich arbeitete als Nachtportier im Hotel Regina, machte zusätzlich den PC-Supporter-Lehrgang, tagsüber büffelte ich, nachts wieder ins Hotel. Eines Morgens kam ich von der Arbeit nach Hause, legte mich schlafen, als ich aufwachte, wart ihr weg. Am Telefon sagte Esther, deine Mutter: «Wir kommen nicht zurück.»

Am 14. Mai 2001 erhielt ich mein Diplom, Schweizerisches Informatik-Zertifikat SIZ, rechtliche Trennung am 10. Juli 2001, Scheidung am 20. September 2004.

Mein Zimmer zu Hause in Reinach lag gleich über dem Hauseingang, wenn die Eltern stritten, flüchtete ich nach draussen. Sie stritten in der Küche, Vater fand eine neue Stelle, wir zogen um, Bremgarten Aargau, meine Eltern stritten in der Stube, ich setzte mich aufs Velo und fuhr ins Dorf. Vater arbeitete nachts, die Maschinen druckten jetzt den «Tages-Anzeiger», «geh woanders spielen, Martin, geh nach draussen». Die Eltern liessen sich scheiden, mit Muetti zogen wir zurück nach Reinach.

Wenn ich wütend war und schrie, schwollen meine Halsschlagadern an, «schaut her, schaut her, gleich platzen sie», höhnte mein Bruder, das Schnäbi wünschte ich mir weg, geprügelt habe ich mich nie – «Schisshas!». 1. und 2. Klasse in Reinach, 3. und 4. Klasse: Ich ging nicht mehr hin, setzte mich aufs Velo und fuhr in den Wald.

«Hatten Sie wiederkehrende Träume als Kind?», fragte der Mann, rot leuchtete das Lämpchen an seinem Aufnahmegerät, daneben der Aschenbecher, meine Zigaretten, American Spirit gelb, und mein Smartphone im rosa Lederetui.

Deinem Bruder geht es gut, wie ich sehe, kürzlich änderte er seinen Beziehungsstatus, lud Bilder hoch von sich und seiner Verlobten. Ich freute mich für ihn, Dominic hatte keinen einfachen Start ins Leben, umso glücklicher bin ich, dass er heute gesund im Leben steht.

Melanie, du darfst mir alle Fragen stellen, die du hast.

Das Gefühl, ich hätte zu wenig gekämpft um euch – auf der Kommode steht dein Bild, 35 × 50 Zentimeter in einem goldenen Rahmen, zwölf Zigaretten rauchte ich heute Nachmittag, sass am Tisch und erzählte.

Sonntags, wenn Zeit war, liefen wir mit Muetti auf den Gempen. Der Boden war voller Laub, am Wegrand standen Eichen und Buchen, wir stiegen hoch auf den Turm und blickten hinab. Wir sahen, wenn die Sicht gut war, bis in den Schwarzwald.

Zu Hause hatte ich eine Konsole – zwei Balken und ein Ball, der hin- und herspringt –, stundenlang spielte ich, in der Schule fehlte ich, Reinach Baselland 1977, ein Mann vom Sozialamt klingelte an der Tür und sagte: «Wir müssen miteinander reden.»

7. 7. 77, an das Datum erinnere ich mich, ein Sommertag, ich war neun und planschte im Freibad, ging nach Hause und packte meine Sachen.

Knabenerziehungsanstalt Schillingsrain, Schauenburgerstrasse 90, 4410 Liestal.

Meine Stimme brach weg, als ich davon erzählte –

Der Mann steckte sich jetzt auch eine Zigarette an.

Ich wusste ungefähr, wo ich war, Reinach war nicht so weit weg, eine halbe Stunde vielleicht, drüben im anderen Tal, zwischen uns der Gempen. Mein Bruder kam in ein Jugendheim in Riehen.

Nach ein paar Wochen, ich durfte mit den anderen Jungen ins Hallenbad, sah ich in der Garderobe ein Portemonnaie, hellbraunes Leder, nahm das Geld heraus. Ein Erzieher merkte es noch am selben Nachmittag.

Untersuchungsgefängnis Lohnhof, Basel-Stadt, ich warf meinen Körper gegen die Türe, zertrümmerte das Lavabo, ich weiss nicht, wie lange es dauerte, bis jemand die Tür öffnete, ich war elf Jahre alt. Die Häftlinge rauchten Zigaretten, mir gaben sie Milchschokolade.

Zurück im Heim, Knabenerziehungsanstalt Schillingsrain, 4410 Liestal, ich war verliebt in mein Foulard, rot-orange, es fühlte sich an wie Seide. In der Nacht legte ich es neben mein Kissen – «was ist das für ein schwules Halstuch?»

«Schwuchtel.»

Ich konnte, sagte ich heute Nachmittag zu dem Mann, nicht sein, wer ich war. Zeigte ihm ein Bild, ich als Zwölfjähriger, irgendwo in einem Lager, an meinem Handgelenk die Tissot F1, die ich auseinandergenommen und hatte vergolden lassen. Was die drei Punkte auf meinem Handrücken bedeuteten, wollte er wissen.

Ich sehe nichts.

Ich höre nichts.

Ich sage nichts.

Im Heim bestimmte der Stärkere. Schläge, Ohrfeigen, ich versuchte, nicht anzuecken, mal ein Seitenhieb, eins gegen drei im Schlafsaal, nicht auffallen, nicht provozieren, Zigaretten in der Tasche, falls einer fragt, manchmal langten sie mir in den Schritt.


Ich haute ab, stand am Strassenrand und hielt den Daumen raus, per Autostopp fuhr ich ins Berner Oberland, Grosi hatte ein Haus in T., manchmal blieb ich drei Wochen bei ihr.

Grosis Haus – ich würde es dir gerne zeigen, Melanie, hier lebe ich nun, im oberen Stock habe ich eine Regenbogenfahne aus dem Fenster gehängt. So oft war ich hier als Kind, einmal, ich war vier oder fünf, setzte ich mich in die Garette, und Grosi fuhr mich durch den Garten, das ist meine schönste Kindheitserinnerung.

«Wie haben Sie Ihre Frau kennengelernt?», fragte der Mann.

In Grosis Garten, sagte ich, sah ich Esther zum ersten Mal, mit ihrer Mutter stand sie bei den Gemüsebeeten. Ich am Fenster, zu Besuch, sie war blond und schlank, und wenn sie lächelte, wurde mir warm. Ich war siebzehn, als ich aus dem Heim kam. Grosi nahm mich auf, in der Dreherei unten im Dorf fand ich Arbeit, war Hilfsarbeiter, stocherte Metallspäne aus den Maschinen, später wurde ich Servicetechniker bei Radio Werner in Bern – Zufall, gibt es Zufall? Eine Cousine von Esther arbeitete in der Buchhaltung, und plötzlich stand Esther bei uns im Laden. Mit meinem Datsun Cherry fuhr ich sie nach Hause, Esther wohnte an der gleichen Strasse wie Grosi und ich, 1. August 1987: Raketen und Grilladen bei uns im Garten.

Du warst unser erstes Kind, liebes Meli, Wassergeburt im Spital in T., es kam mir vor, als litte ich selbst Presswehen, dann durfte ich dich halten, 2250 Gramm, 3. Januar 1996.

Hochzeit am 1. März 1996 auf dem Standesamt in K.

Dominic, unser Zweites, kam zwei Jahre später, 4. Januar 1998, bei beiden Geburten war ich dabei, litt selbst Presswehen, versuchte, ein guter Vater zu sein, und jetzt seid ihr weg, Melanie, unerreichbar für mich. Dominic hatte keinen einfachen Start, Geburtsgebrechen, sein Leistenkanal war offen, der Hodensack verfärbte sich, Operation im Inselspital in Bern. Wenige Wochen später wieder Inselspital, Hirnblutung.

Mit Dominics Hochzeit hat es nicht geklappt, auf Facebook löschte er die Bilder von sich und seinem Schatz – Beziehungsstatus: Single. Ich bin, sagte ich, einfach froh, steht Dominic heute gesund im Leben.

«Sie fühlten sich als Frau und lebten als Mann?»

Rückblickend denke ich, dass nie jemand Verdacht schöpfte, weder meine Exfrau noch sonst wer.

Nach der Trennung zog ich zurück in Grosis Haus, ich war Webpublisher, war Vertreter Support befristet, Lückenbüsser, vom RAV vermittelt, wurde wütend, wenn jemand nach den Kindern fragte, ich dümpelte und siechte, irgendwann fragte ich mich: Was wolltest du schon immer tun und hast es nie gemacht?

Es begann mit bunten Socken, roten, himmelblauen und geringelten. Ich war 43 und trug Spaghetti-Tops unter dem Mantel, Röcke, knielang, aus Baumwolle, kaufte Secondhand, www.ricardo.ch oder in der Brockenstube, stand zu Hause vor dem Spiegel, brach auf, wenn es dunkel war, kehrte um, sobald mir jemand entgegenkam.

Weme mit bechunt das me so zägä ke papi me het sondern es 2. Mami :) Aber wes für di so stimmt u so füelsch de isch das kommplet i ornig – deine Reaktion hat mich gefreut, Melanie, du schriebst mir noch am selben Tag, 24. April 2020, ein Freitag.

Ich hatte Angst um meinen Job, Melanie, damals trug ich Pullover und Jeans zu Bürozeiten, Ballerinas am Feierabend und fragte mich: Bin ich schizophren?

Bartstoppeln.

«Du, Mami, schau, der Mann!»

Irgendwann war mir egal, was die Leute dachten. Hatte feuchte Augen heute Nachmittag –

2016, ich war System- und Applikationssupporter bei einem Rüstungsunternehmen, ich blickte auf eine Karte, sah, wo die Truppen waren und wo der Feind, abends setzte ich mich an den Computer, zwei, drei Fragen stellte der Onlinedoktor, die Antibabypille kam per Post. CPA, Cyproteronacetat, ein Testosteronblocker – ich spürte ein warmes Kribbeln im Bauch. Schweben wie auf Wolken.

Einmal zu der Zeit, ich bummelte durch die Stadt, begegnete ich Dominic; mein Sohn auf der einen Seite der Strasse, ich auf der anderen, wir schauten uns an, Autos glitten vorbei, wer läuft zuerst?

www.zalando.ch, ich bestellte drei Grössen, schickte zwei zurück, am liebsten trug ich den Lederjupe, dazu, pastellrosa, einen Feinstrickpullover, zwei Abende lang musste ich die High Heels eintragen – bin ich normal?


Ab 2017 arbeitete ich für die Universität, 80 Prozent, System- und Benutzersupport, war ein Mann von Montag bis Donnerstag, kam nach Hause und zog einen Rock an, manchmal kamen Frauen auf mich zu – «Eins möchte ich Ihnen sagen: Sie laufen wahnsinnig gut in diesen Schuhen.»

Im Gartenhaus bei der Tür hängt ein Spruch, Melanie, ich habe ihn aufgeklebt – Glück ist wie furzen. Erzwingst du es, kommt nur Scheisse raus!

Transgender Network Switzerland, ich meldete mich an für ein Gespräch, sie empfahlen mir eine Psychologin in Zürich, 7. Juni 2019: Minirock, Nylonstrümpfe, Ballerinas, ich lief über den Fussgängerstreifen beim Bahnhof, ein Mann kam mir entgegen – «krank im Kopf!».

Zweiter Termin in Zürich, 13. 06. 2019, betrifft: Martin D., wohnhaft Schulhausstrasse 24 in T.

Gerne möchte ich Ihnen oben genannte Patientin betreffend feminisierender Hormontherapie überweisen. Diagnose: Gender-Dysphorie im Sinne einer Mann-zu-Frau-Transidentität (ICD10: F64.0).

ICD, International Classification of Diseases, Version 10, F64.0: Störungen der Geschlechtsidentität.

Termin bei der Endokrinologin: Leberwerte prüfen, Nierenwerte, Testosteron.

3. August 2019: Androcur, 50 Milligramm Cyproteronacetat pro Tablette; Estradot, Östrogen in Pflasterform, es war ein Samstag, ein sonniger Tag.

A wie Anna, B wie Barbara, Stunde um Stunde sass ich vor dem Computer, Abend für Abend.

E wie Emilie.

Du bist meine Tochter, Melanie, du darfst mir alle Fragen stellen, die du hast.

TGNS Trans Congress 2019, 7. bis 8. September 2019, Wankdorfallee in Bern – ich wollte unbedingt dahin, 11.30 geschlechtsangleichende Hormontherapie, 13.30 geschlechtsangleichende Operation Mann-zu-Frau in Thailand, 15.00 Einführung ins Training für weiblich klingende Stimme.


I. Formelles:

Die gesuchstellende Partei stellte mit Eingabe vom 13. 09. 2019 folgende Rechtsbegehren:

1. Das amtliche Geschlecht sei von «männlich» auf «weiblich» zu ändern.

2. Der amtliche Vorname sei in der Folge von Martin auf Emilie zu ändern.

Meine Haut wurde feiner.

Daniel, mein Bruder, wusste, dass ich Frauenschuhe im Gestell stehen hatte, Anfang Oktober rief ich ihn an, sagte: «Ich bin die Emilie von jetzt an.»

Dienstag, 8. Oktober 2019, 17.19, von: Daniel D., an: Emilie D., Betreff: Re: Info – «Hallo Schwester»

Thun, 7. November 2019, Zivilverfahren, D. Martin, geb. 02. 11. 1967, von T., Schulhausstrasse 24 in T., gesuchstellende Partei betreffend Gesuch um Personenstandsänderung

Die Gerichtspräsidentin entscheidet: 1. Es wird festgestellt, dass die gesuchstellende Partei D. (amtlich) Martin, geb. 02. 11. 1967, weiblichen Geschlechts ist, und es wird der gesuchstellenden Partei gestattet, den Vornamen Emilie zu tragen.

Vor mir auf dem Tisch lag der Gerichtsbeschluss, über zwei Jahre alt ist er nun, daneben der Aschenbecher, halbvoll, ich schaltete die Lampe ein und zeigte dem Mann meine ID. Name: D., Vorname: Emilie, Ausgestellt am: 06. 12. 2019, Geschlecht: F

Von: D., Martin

Gesendet: Donnerstag, 12. Dezember 2019, 15.45

Betreff: Veränderungen – changes

Werte Kolleginnen und Kollegen

Lange habe ich mir überlegt, wie ich mein Anliegen euch mitteilen soll. Ich bin zum Schluss gekommen, es nun auf diesem Weg zu tun:

In meinem privaten Umfeld, Leben, bin ich nicht der Martin, den ihr kennt. Anfang 2019 begann ich mein Coming-out im privaten Bereich – ich bin transident (transidente Menschen sind Personen, die bei ihrer Geburt aufgrund des Körpers diesem Geschlecht zugewiesen wurden, aber eine gegenteilige Geschlechtsidentität haben). Auf meinem Weg, meiner Reise, zu mir selbst bleibt es mir nicht erspart, meinem «Doppelleben» ein Ende zu bereiten und mich auch im beruflichen Umfeld «zu erkennen» zu geben – sprich mich als transidente Person zu outen (Coming-out).

Mein Chef übersetzte mir das Mail ins Englische.

Was mag dies nun für euch im Einzelnen bedeuten?

– In Zukunft wird die gleiche Person mit gleicher Leidenschaft und Hingabe sich um die Aufgaben im IT-Bereich kümmern.

– Was formell ändert, ist, dass eure «neue» IT-Mitarbeiterin mit ihrem Vornamen, Emilie, und korrektem Pronomen, sie, angesprochen werden möchte – auch wenn in Abwesenheit über sie (mich) gesprochen wird.

Mein Chef sagte damals, seine Frau und er hätten sich lange eine Tochter gewünscht, Emilie hätte sie geheissen. Ich blickte auf den Tisch, meine Augen feucht –

American Spirit.

«Was ist Ihre grösste Sorge?», fragte der Mann.

Dass ich Single bleibe – auf ewig.

«Was war der allerschönste Moment in Ihrem Leben?»

Ich erzählte noch einmal von deiner Geburt, 3. Januar 1996, im Spital in T. kamst du zur Welt, warmes Wasser in einer weissen Wanne, die Nabelschnur durchgetrennt, 2250 Gramm in den Armen deiner Mutter. Wie zufrieden du mich anschautest –

Alle Namen sind geändert, ebenso die Orte aus dem gegenwärtigen Leben der Protagonistin.