Der Umbau Kairos: Die Armen in die Wüste

Nr. 2 –

Die autoritäre ägyptische Regierung drückt Kairo ihren Stempel auf: Weit draussen entsteht eine neue Hauptstadt, im Zentrum werden historisch wertvolle Quartiere abgerissen. Deren Bewohner:innen müssen sehen, wo sie bleiben.

Häuserschlucht zwischen den Neubauten im Ghaiala-Bezirk
Hier wurde ein altes Quartier abgerissen – seine Bewohner:innen können sich keine Wohnungen in den Neubauten leisten: Der Ghaiala-Bezirk.

Der Nil ist noch derselbe. Aber die leuchtenden Fussgänger:innenbrücken, die futuristischen Wolkenkratzer und all die Kräne, die Kairos Silhouette stören: Sie sind neu. Die ägyptische Hauptstadt, die rund 10 Millionen Einwohner:innen zählt – 22 Millionen, wenn man das Umland mitrechnet –, verändert sich gerade auf dramatische Weise.

Beim Wekala-Kleidermarkt stehen immer noch die alten zusammengebastelten Buden, ohne erkennbare Logik angeordnet, unter einer Hochstrasse. Vor zehn Jahren begann hier das chaotische Labyrinth der schmutzigen Gassen des sogenannten Maspero-Dreiecks, eines zentralen Quartiers hinter dem legendären Tahrirplatz, zwischen dem Gebäude des Staatsfernsehens, dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und dem alten Ägyptischen Museum. Doch hier hat sich viel verändert.

Um diesen Artikel zu lesen, haben Sie drei Möglichkeiten:

Jetzt die WOZ abonnieren Login (für Abonnent:innen) App laden und Einzelausgabe kaufen